Romantik beim Herbstkonzert der Mühldorfer Symphoniker

Thematisch und musikalisch gut:die Mühldorfer Symphoniker. Jaen sch
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Thematisch und musikalisch gut:die Mühldorfer Symphoniker. Jaen sch

Mühldorf. – Die Aula der Mittelschule hatte für das über 40 Instrumente starke Mühldorfer Symphonieorchester eine geeignete Akustik, aber sie war beim Herbstkonzert am Samstag etwas kühl.

Dagegen halfen den musikbegeisterten Besuchern Jacken, Mäntel und vor allem die warmen Klänge des Orchesters.

Dirigent Georg Haider begann das Herbstkonzert mit der Ouvertüre zu dem nur noch selten zu hörenden Festspiel Ludwig van Beethovens „Die Ruinen von Athen“. In diesem bewegten Stück zeigte der Dirigent bereits, dass er das gesamte Orchester sicher führt, und die diszipliniert spielenden Musiker brachten jedes Stück des Abends in sehr ausdruckvoller Art zum Klingen.

Jan Vaclav Voricek wurde nur 34 Jahre alt, doch schuf er viele Kunstlieder, komponierte Rhapsodien und Klavierstücke, aber nur eine Symphonie. Dieses klangstarke und dramatische Werk brachte das Orchester anschließend zum Vortrag. Nicht nur im dritten Satz, aber da besonders, bewies das Orchester, dass seine Instrumente wunderbar aufeinander abgestimmt waren. Die oft schwierigen Einsätze durch den Dirigenten wurden exakt umgesetzt, so dass die Streicher und Bläser auch bei schwierigsten Passagen stets ein stimmiges harmonisches Ganzes bildeten.

In der Romantik entwickelte sich die Serenade (Abendständchen) immer mehr zu einem konzertanten Musikstück, das aus mehreren Sätzen bestand und sowohl Bläser und Streicher gleichermaßen einsetzte. Johannes Brahms hatte sich in seiner ersten Serenade noch stark an den Werken Mozarts und Haydns orientiert. Das sechssätzige Musikstück beinhaltet sehr viele Motive und Themen aus der Jagd, wodurch den Bläsern, speziell den Hörnern eine größere Bedeutung zukam. Rhythmisch und melodisch brachte das Orchester die Natur, den Wald und lebhaftes Jagdgeschehen in die Aula. Es war schließlich der vierte Satz dieser Serenade, das melodische Menuett, in dem jede Instrumentengruppe Gelegenheit erhielt und nützte, sich solistisch auszuzeichnen, den der Dirigent den begeisterten Besuchern am Ende des Konzertes als verlangte Zugabe gewährte.

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