NEUJAHRSKONZERT

Der richtige Kick für 2018

Frauenhelden: Tenor Jose Montero und das Johann-Strauß-Orchesters beschenkten das Publikum mit schwungvollen Liedern. fis/re
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Frauenhelden: Tenor Jose Montero und das Johann-Strauß-Orchesters beschenkten das Publikum mit schwungvollen Liedern. fis/re

Den richtigen Kick bekamen die Besucher schon vor Beginn des Konzerts im ausverkauften Großen Saal des Hauses der Kultur: Die Stadtwerke hatten zum Sektempfang geladen, durch den hingeführt wurde zum bunten Programm des Johann- Strauß-Orchesters aus Budapest.

Unter dem Titel „Von der italienischen Oper zu Johann Strauss“ begann das Feuer-werk bekannter Melodien mit Donizettis Ouvertüre zu „Don Pasquale“, hell und lebendig interpretiert von Dirigent Claude Schnitzler, der seine exzellenten Musiker stets im Griff hatte.

Schon mit der Arie des Herzogs aus „Rigoletto“ gewann Jose Montero das Publikum. Der gebürtige Spanier verkörperte mit seinem kraftvollen Tenor ideal den schurkischen Frauenhelden: „Diese oder jene – für mich sind alle gleich!“ Doch auch den altmodisch-eigensinnigen Don Pasquale mimte er im Duett mit Sopranistin Elke Kottmair hervorragend.

Sie wiederum zeigte ihre herausragende stimmliche Qualität wie auch ihre schauspielerischen Fähigkeiten als sprunghafte, aber auch aufrichtig gefühlvolle Gegenspielerin. In den Ouvertüren zu „L´ Italiana in Algeri“ und „Il Signor Bruschino“ mit dem rhythmischen Klopfen der Geigenbögen präsentierten sich die ungarischen Spitzenmusiker präzise, jedoch voller Leidenschaft und übertrugen ihre Lebensfreude auf das Publikum, das mit dem klassischen „Tanz der Stunden“ in die Pause entlassen wurde.

Ganz im Zeichen der Strauss-Dynastie, voller Wiener Charme und ungarischem Temperament dann der zweite Teil des Neujahrskonzerts. Nach der heiter- romantischen Ouvertüre zum „Zigeunerbaron“ wohl einer der Höhepunkte des Abends: Im „Schwips-Lied“ spielte Elke Kottmair eine überschäumende, glanzvolle Barbara, der es sichtlich Spaß machte, Champagner trunken, aber voller Charme, von Bürgermeister Robert Pötzsch galant gestützt, auf die Bühne begleitet zu werden.

Nach dem prickelnden Walzer „Wein, Weib und Gesang“, der nur von den Streichern gezupften „Pizzicato- Polka“ und dem „Ägyptischen Marsch“ sang sich Jose Montero mit seiner ungekünstelten Art erneut in die Herzen der Zuhörer, indem er mit „Ach, wie so herrlich zu schauen“ den unverbesserlichen Schürzenjäger mimte.

Das Duett von Graf und Gräfin vereinte noch einmal die Solisten bei der Frage: „Was mir fehlt?“ und ihrer Antwort: „Wiener Blut, eigner Saft, voller Kraft, voller Glut“, bevor mit dem   Strauss-Markenzeichen, dem Donau-Walzer Claude Schnitzler und sein Orchester einen Schlusspunkt im Programm setzten.

Doch erst nach mehreren Zugaben wurde das begeisterte Publikum im schönsten Sinn des Wortes berauscht in die Neujahrsnacht entlassen.

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