Porzellan aus dem Keller

Die Winterpause ist vorbei: Am kommenden Freitag, 1. Februar, um 19 Uhr lädt Christoph Gemander in die Galerie "raum02" in der Weißgerberstraße 11 in Mühldorf zur Eröffnung seiner Ausstellung "Ein Festmeter Porzellan aus dem Keller".

Gemander startet mit seiner Einzelausstellung ins neue Ausstellungsjahr des "raum02", den die Mitglieder der gleichnamigen Künstlergruppe als neues Experimentierfeld verstanden wissen - in seinen Aktivitäten losgelöst von festen zeitlichen, thematischen und inhaltlichen Rhythmen.

Die Besucher erwartet eine raumgreifende Installation. Gemanders Inszenierungen in Bild, Schrift und gesprochenem Wort haben ihren eigenen Reiz. Vorab nur soviel Information: Der "raum02" war einmal ein Porzellanladen und soll nun in diesen Zustand zurückgeführt werden. Altes und ausrangiertes Porzellan mit seinen Gebrauchs- und Erinnerungsspuren wird zu sehen sein.

Christoph Gemander, Mitbegründer der Künstlergruppe "raum02", seines Zeichens Kunstlehrer am Gymnasium Waldkraiburg, ist auf seinen kreativen "Verzettelungsprozessen" auf ein sehr ungewöhnliches Material gestoßen. Seine Gedanken dazu: "Die Härte und zugleich die Fragilität, die Funktion und die Dysfunktion liegen hier eng beisammen. Porzellan gehört zu den dauerhaftesten Materialien, mit denen sich der Mensch umgibt. Und zugleich stellt das Überdauern, das Bewahren über die Generationen hinweg, die Logistik der ordnungsliebenden Menschheit vor ein Problem. Was soll damit geschehen? Hier kommt ein Zeitbegriff zum Vorschein, der jenseits unserer Vorstellungskraft liegt. Endlagerung ist ein typisches deutsches Wort, denn das Ende ist nur ein Ausweg für den sterblichen Menschen, aber nicht für Material, das er herstellt. Über dieses Material kann der Einzelne und auch die Kultur oder sogar die Menschhheit nicht die Kontrolle behalten. Es überdauert uns. Wir stehen in dieser Ausstellung vor einem Problem, was eigentlich noch viel größer ist."

Die Ausstellung ist geöffnet zur Vernissage am 1. Februar ab 19 Uhr und zur Finissage am 22. Februar ab 19 Uhr sowie jeden Freitag von 16 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung. Der Eintritt ist jeweils frei. re

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