Orgelmusik zu fünf Händen

Bieten hochwertige Klassikauf dem Akkordeon:Maria Reindl, Martina Dörfl, Susanne Müller, Herbert Kebinger und Erwin Altmayer (von links). Thomas Enzinger

Mühldorf. – Orgelmusik in einer Kirche ist im Grunde nichts Ungewöhnliches.

Es klingt majestätisch und imposant, wenn die Melodien durch große Kirchenräume schallen. Umso treffender war es für das Mühldorfer Akkordeon-Ensemble, sein Konzert in der Kirche St. Salvator in Ecksberg abzuhalten, denn dieses Quintett präsentierte bekannte Orgelmusikstücke aus allen Musikepochen und sozusagen zu fünf Händen.

Gut gefüllt war die Ecksberger Kirche beim Herbstkonzert unter der Leitung von Erwin Altmayer. Zum Eingang präsentierte es sogleich das Rondeau von Henry Purcell, einem frühen Vertreter der Barockmusik. Doch es sollte eine große Reihe an Komponisten aus verschiedenen Musikepochen vorgestellt werden, und somit auch die Bandbreite eines Akkordeon-Ensembles.

Denn nach Christoph Willibald Glucks „Reigen seliger Geister“ folgte mit dem Allegretto aus Palladio von Karl Jenkins gleich ein moderner Vertreter und eine Melodie, die aus der Fernsehwerbung bekannt sein dürfte.

Das Akkordeon-Ensemble zeigte sich bestens eingespielt, und bewies größte Harmonie bei den Orgelstücken, die in der Regel nur von einem Organisten interpretiert werden. Deutlich wurde dies eben bei Nicolas Lemmens Fanfare, einem imposanten und auch virtuosen Stück der Orgelliteratur, oder auch bei der Toccata von Theodore Dubois.

Aber auch allseits bekannte Stücke für Orchester wie Johann Sebastian Bachs Air aus der Suite Nr. 3 oder Georg Friedrich Händels Sinfonia aus Salomon wurden eindrucksvoll gemeistert. Mit dem Intermezzo aus Cavalleria Rustica von Pietro Mascagni verbreitete sich auch in der St.-Salvator-Kirche ein wenig italienisches Flair, und in Gedanken ist man bei einer kleinen Gondelfahrt in den Kanälen Venedigs, was auch für ein Akkordeon-Ensemble bestens passt, denn schließlich erhielt das Akkordeon im Volksmund den Namen „Schifferklavier“.

Das begeisterte Publikum wurde mit der Zugabe von Pachelbels berühmten Kanon belohnt, ehe es mit dem Abendsegen aus Engelbert Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“ in den Abend verabschiedet wurde. Für das Mühldorfer Akkordeon-Ensemble mit Maria Reindl, Martina Dörfl, Susanne Müller, Herbert Kebinger und Erwin Altmayer war es auf jeden Fall ein sehr gelungener Abend mit einer großen Auswahl aus Orgelwerken und Orchesterwerken, die das Akkordeon, zumindest für einen Abend auf die gleiche Stufe hob, wie die Königin der Instrumente, der Orgel, die in jeder Kirche hoch auf der Empore thront.

Kommentare