Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Kultur im Bahnhof

Wenn Immigranten plötzlich nur urbairisch singen

Zum letzten Mal im Landkreis in dieser Besetzung, die „Bavarian Immigrants“ mit (von links) den Komponisten Stefan Konoll, Simon Ackermann, den Texter Heribert Haider, Istvan Galus und Denise Weise.
+
Zum letzten Mal im Landkreis in dieser Besetzung, die „Bavarian Immigrants“ mit (von links) den Komponisten Stefan Konoll, Simon Ackermann, den Texter Heribert Haider, Istvan Galus und Denise Weise.
  • Karlheinz Jaensch
    VonKarlheinz Jaensch
    schließen

Zum letzten Mal treten die „Bavarian Immigrants“ in ihrer fünfköpfigen Besetzung auf. Und sie ernten in Neumarkt Kulturbahnhof stehenden Applaus. Dabei machen sie nichts anderes als über das Leben zu singen.

Neumarkt-St. Veit – „Immigrants nennen wir uns, weil nur einer von uns bairische Wurzeln hat“, erklärt Stefan Knoll vor dem Auftritt. Das wäre also von Anfang an schon mal geklärt. Dann aber kommen trotzdem bairische Texte zum Vortrag, die, laut Dialektologieprofessor Dr. Ludwig Zehetner „von Grund auf in stimmigem Bairisch konzipiert sind.“ Und wie diese fünf Vollblutmusiker die von Heribert Haider gedichteten und von Stefan Knoll vertonten Lieder im sehr gut gefüllten Kulturbahnhof von Neumarkt vortrugen, war etwas vom Allerfeinsten.

Auch interessant: Lokschuppen und OVB-Heimatzeitungen suchen farbenfrohe Eiszeit-Bilder bei Kinder-Malwettbewerb

Zwar waren die Texte eigentlich „nur“ Erkenntnisse „aus dem Leben“. Man sang und spielte übers „Blädseiderfa“, über „Gscheidhaferl“, „Voixfesta“ und „Dire-Dari“, übers „Liebesflüstern“ und „Tanzverhalten“, Stadt und Natur und sonst noch mancherlei. Darunter war Kritisches, auch Albernes und Überraschendes. Aber die Vortragsweise, die war auf alle Fälle etwas Besonderes.

Schweren, aber immer gefällige Harmonie

Nicht nur, dass die fünf Künstler auf der Bühne mit wechselnden Instrumenten auch schauspielerisch durch Gesten und Mimik viel Komik auf die Bühne zauberten. Es war ihre Musik, die schwungvoll und stimmungsmäßig die Texte treffend untermalte und die das Publikum mitriss. Und diese Musik der „Bavarian Immigrants“ war durch ihre schweren, aber immer gefälligen Harmonien so spannend und interessant, dass man oftmals zu wenig auf den Text hörte.

Wunsch nach einem Libretto

Aber wie bei Oper und anderen klassischen Musikwerken, wurden die aussagekräftigsten Texte immer wieder wiederholt. Ob Heribert Haider und Denise Weise oder Stefan Knoll als Duo oder Trio sangen, es passierte meist in fesselndem Mehrklang. Der Wunsch nach einem Libretto wäre oft nicht unpassend.

Auch interessant: Gmiadlichkeit? Beim Gründungsfest geht der Punk ab

Auch Istvan Galus an Geige oder Gitarre und Simon Ackermann am Zupf- und Streichbass überzeugten an den Instrumenten. Doch gilt es die Stimme von Heribert Haider besonders zu erwähnen. Mit gewaltigem Stimmumfang konnte er – auch mit Kopfstimme – urplötzlich von Fortissimo ins Pianissimo gleiten, dabei noch Töne abrufen, die seine unvorstellbare Stimmenbeherrschung offenbarten. Viel Komik erzeugte er auch mit seinem vielbestückten Waschbrett und mit dem Koffer, der ihm als Schlagzeug diente.

Viel Zwischenapplaus im Kulturbahnhof

Es gab für die Künstler viel Zwischenapplaus. Die stehenden Ovationen nach den Zugaben waren freilich hochverdient.

Mehr zum Thema