Münchner Kindl trifft Wiener Schmäh: Der Abend der Kontraste im Haberkasten

„Ois Chicago“ – das ist das Lebensgefühl all derjenigen, die vielleicht in München nicht gerade in den besseren Vierteln aufgewachsen sind, aber dennoch nichts vermisst haben.

Also ist alles doch irgendwie in Ordnung, oder? Etwa für einen wie „Hundling“, Phil Höcket staller, der diese Lässigkeit, wie sie einst Günther Maria Halmer als „Tscharlie“ in den Münchner Geschichten verkörpert hat, in die Gegenwart beamt. Geschichten, die das Leben, sein Leben, schreibt, verbunden mit lässigem Sound und dem nötigen Temperament brachte der Münchner Künstler im Mühldorfer Haberkasten auf die Bühne. Witzig, satirisch nimmt er das Münchner Leben aufs Korn, beschreibt die Probleme, die man eben so hat, wenn man in einem Haus mit mehreren Parteien wohnt. Er zupft gekonnt auf seiner Gitarre, wenn er balladenartig den weißen Mond besingt oder erklärt „wofür“ er eigentlich singt. Und er fordert immer wieder die Zuhörer auf mitzusingen, schon nach der dritten Nummer hat er das Publikum für sich gewonnen. Es groovt bedeutungsschwanger, fast schon unheilvoll, wenn er den „Odel“ als Metapher für all das benutzt, was in der Welt schief läuft. Das Kontrastprogramm zu Hundling liefert Jo Strauss (rechts), der den Abend mit einem Kurzauftritt eröffnet hatte. Bei dem Linzer ist es nicht Chicago, sondern Wien, dessen Schmäh er herrlich morbid, selbstbemitleidend parodiert. Schräg das Outfit, schräg die Darbietung, aber eine perfekte Bühnenpräsenz. Schratt

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