Mühldorf: Andre Philipp Gold zieht in Sankt Peter und Paul alle Register

In der Pfarrkirche Sankt Peter und Paul trat der Dirigent Andre Philipp Gold auf. Sein musikalisches Repertoire bewies er auch an der Kirchenorgel.
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In der Pfarrkirche Sankt Peter und Paul trat der Dirigent Andre Philipp Gold auf. Sein musikalisches Repertoire bewies er auch an der Kirchenorgel.

Ein Konzert konnten jene in der Pfarrkirche Sankt Peter und Paul erleben, die eine Karte ergattert hatte. Die Zahl der Tickets war wegen der Corona-Pandemie sehr begrenzt. Andre Philipp Gold und sein Chor „Cantusaurumque“ gastierte in der Kreisstadt und brachte skandinavische und baltische Chormusik zu Gehör

von Hans Rath

Mühldorf –. Der Chor trat mit 23 Sängern auf, 14 Damen wurden von neun Herren komplettiert, alle gewandet in Schwarz. Der Name des Chors „Cantusaurumque“ ist ein Wortspiel – der Gesang und das Gold.

Wlademar Ahlen steht am Anfang

Dirigent Gold erklärte, dass das zunächst in der evangelischen Erlöserkirche geplante Konzert nach Peter und Paul verlegt worden war, weil hier mehr Zuhörer Platz finden. Er freute sich, den Landtagsabgeordneten Dr. Marcel Huber nebst Gattin zu begrüßen.

Das bekannteste Stück des schwedischen Komponisten Waldemar Ahlen stand am Anfang, der „Sommerpsalm“, der die nun zu Ende gehenden Tage des Sommers in Erinnerung rief. Zwei Werke von Lea Gabral, einer 73-jährigen Komponistin aus der estnischen Hauptstadt Tallinn, setzten das Konzert fort: So erklang in lateinischer Sprache „Laudate Dominum“, also „Lobet den Herren“, und das Gloria. Gold bewies sein großes musikalisches Repertoire auch an der Kirchenorgel mit dem Marienlob „Salve Regina“.

Von Arvo Pärt, einem bedeutenden estnischen Komponisten, stammte das Werk „Bogoriditse Djevo“, vom Chor in Estnisch vorgetragen. Es heißt übersetzt „Freue Dich“. Freuen soll sich in diesem Stück die Mutter Gottes Maria. Freuen konnten sich auch die Zuhörer über die gelungene Leistung Sänger. Vitautas Miskinis aus Litauen hatte das nächste Werk „Ave vera virginitas“ komponiert, in dem die wahre Jungfräulichkeit von Maria gepriesen wird.

Brillanz an der Kirchenorgel

Wieder brillierte Gold an der Kirchenorgel, diesmal mit „Farbklänge“, ein Stück wie sphärische Musik anmutend. Man meint, Lichter blitzen zu sehen, bevor wieder der dröhnende Bass der Orgel einsetzt. „Die Musik erinnert teilweise an das Spiel der Nordlichter. Klänge, die wie Farben über den Horizont tanzen und den Himmel in ein glänzendes Licht tauchen“, erläuterte Gold.

Vom norwegischen Komponisten und Pianisten Ola Gjeilo stammten die beiden nächsten Werke „Northern Lights“, das der Chor trotz des englischen Titels in lateinischer Sprache präsentierte, sowie „Ubi caritas Nummer 1“ – da wo die Güte wohnt, dort ist Gott.

Bei einem dritten Auftritt an der Orgel verband Gold den gregorianischen Choral „Te Deum“ mit dem von einer Zuschauerin gewünschten Kirchenlied „Jesus bleibet meine Freude“.

Der 41-jährige Musiker zauberte Töne aus dem Instrument hervor. Für Gold ist diese musikalische Höchstleistung ganz bescheiden nur das „Gehirnjogging des Tages“. Knut Nysted, ein norwegischer Komponist, der vor allem durch seine Chor- und Orgelkompositionen bekannt wurde, hatte „I will praise“ verfasst, in dem der Herr gepriesen wird.Das Lied „Alleluja“ von Fredrik Sixten, einem schwedischen Komponisten, bildete den Abschluss des Konzertes. Dirigent Gold betonte, dass er dieses Stück bewusst an den Schluss gesetzt habe: „Es wird deutlich, was das Wort ‚Alleluja‘ in diesen schweren Zeiten alles aussagen kann, laut oder leise, alles, was das Leben beinhaltet.“

Beeindruckt von einem mitreißenden Dirigenten und einem meisterlich singenden Chor verließen die Zuhörer die Kirche mit der Erkenntnis, dass in Skandinavien nicht nur hervorragende Krimiliteratur produziert wird.

Aus 23 Sängern besteht der Chor, 14 Damen und neun Herren trugen Lieder im Gotteshaus vor. Rath
Den Mindestabstand wahrten die Anwesenden. Die Anzahl der Karten war wegen der Pandemie sehr begrenzt.

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