Moderne Kunstausstellung im Mühldorfer Haberkasten: Mit kritischem und ironischem Blick

Hunderte Augen: Das gläserne Observatorium von Matthias Wohlgenannt. re

Die Gruppenausstellung „Landscape, Landmarks & Borders“ ist eine zeitgenössische Kunstausstellung, die nach Angaben der Organisatoren einen kritischen Blick auf die Gesellschaft wirft. Die Künstler haben gemeinsam das Studium an der Akademie der bildenden Künste in München absolviert. Die Ausstellung im Mühldorfer Haberkasten wird eröffnet am Samstag, 8. Februar, und geht bis 23. Februar.

Mühldorf – Ihre Kunstwerke sind nicht nur im Atelier entstanden. Der Künstler Gerhard Schebler beispielsweise begibt sich auf eine Spurensuche auf den historischen Pfaden Mühldorfs und zeigt eine Arbeit die er mit gefundenen Objekten aus Mühldorf bestückt.

Nicht nur visuell, sondern auch akustisch wird der Besucher der Ausstellung „Landscape, Landmarks & Borders“ überraschend begleitet. Insgesamt setzt diese Ausstellung in der Vielfalt der Werke ein besonderes Signal und stellt eine Bereicherung des Mühldorfer Kulturlebens dar.

Diese Künstlerstellen aus

Judith Treimer malt Bilder, in denen nichts feststeht. Gebäude, die sich auflösen, Strukturen, die wegdriften, strudelnde Flüssigkeiten, Spiegelungen, die einen anzublicken scheinen. Momentaufnahmen, in denen Ordnung, Raumgefüge und bisweilen auch Gesichter sich ständig ihren Platz neu zu suchen scheinen. Oft nimmt Judith Treimer die Grundlagen für ihre Malereien selbst gezielt als Fotografien auf, im alltäglichen Umfeld oder unterwegs.

Florian Freier erkundet soziale, kulturelle und politische Fragestellungen vor dem Hintergrund von Fotografie, Kommunikation und Digitalisierung. Sein 2015 in München entstandenes Projekt „Profile Page“ untersucht die Schnittstelle von digitaler und physischer Identität in der fotografischen Gegenüberstellung von privaten Wohnräumen mit den Facebook- Profilen ihrer Besitzer. Freiers experimentelles Fotoprojekt „Cached Landscapes“ untersucht die Datenspuren, welche Menschen im Internet hinterlassen.

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In den abstrakten Malereien von Martin Löw gibt es Landschaftliches meist nur indirekt zu sehen. Allein aus der Gewohnheit in allem Sichtbaren etwas Gegenständliches zu erkennen, assoziieren wir Bekanntes aus der Natur: zum Beispiel Wasser, Blätter, oder den Himmel. Es handelt sich dabei um innere Vorstellungen von Landschaften, die wir in uns tragen und die in den Bildern sichtbar werden.

Dominik Miller verarbeitet in seinen Arbeiten flüchtige Eindrücke und Situationen. Dabei setzt er die gestalterischen Mittel sparsam ein. Nur wenige Flächen und Striche sollen reichen, den Moment wieder zum Leben zu erwecken und aus der Fläche Raum zu erschaffen. So balanciert die Darstellung zwischen Bildraum und Bildfläche, Nähe und Distanz.

Sebastian Pöllmann zeigt in seinen Arbeiten Momentaufnahmen menschlicher Begegnungen. Ein feiner Humor begleitet seine gesellschaftlichen Bestandsaufnahmen, die oft mit mythologischen Figuren vermischt werden.

Gerhard Schebler sammelt auf dem Gelände der Turmbräu Mühldorf verschiedenartige Gegenstände, die er im Haberkasten als Installation präsentiert. Sie erzählen durch ihre Form, durch Gebrauchspuren und verlorene Zusammenhänge ebenso komplexe wie mehrdeutige Geschichten.

Visuelle und akustische Elemente

Matthias Wohlgenannt hat sich Hunderte von Augen zu Helfern gemacht, die in Gestalt von Brillenlinsen seinen Blick multiplizieren und auf unterschiedlichste Bildebenen scharf stellen. Bereits in frühen Überlegungen hat Matthias Wohlgenannt sein Observatorium als gläsernes Haus konzipiert. Ein Haus mit tausend beobachtenden Augen.

In einer Welt in der Natur, Rohstoffe und Boden langsam knapp werden, ist der Drang groß, sich neue, unberührte Gebiete zu erschließen. Daher arbeiten Missionen parallel daran sich den Mars zu sichern. Florian Athanatos-Baumgartner hinterfragt genau dieses Vorgehen, er versetzt die Besucher in eine Scheinwelt eines fiktiven Museums. Seine Installation „The Martian Embassy history Museum“ ist eine Zusammenstellung verschiedener Artefakte und Aspekte die nach erfolgreicher Besiedelung des Mars möglicherweise in einem historischem Museum zusammengetragen werden.

Die Ausstellung im Mühldorfer Haberkasten wird eröffnet am Samstag, 8. Februar, 19 Uhr, und geht bis 23. Februar. Die Öffnungszeiten sind Freitag, Samstag und Sonntag jeweils von 16 bis 19 Uhr, Informationen zur Ausstellung gibt es unter der E-Mail-Adresse kunst.baumgartner@yahoo.de. re

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