Begeisternder Chansonabend mit Constanze Baruschke und Susi Weiss im "Le Pirate"

Von Männern und anderem Spielzeug

Sogar erfreulich viele männliche Zuhörer waren ins Rosenheimer Jazzlokal "Le Pirate" gekommen, um sich am Programm "Chansons, Männer und anderes Spielzeug" von Constanze Baruschke und Susi Weiss zu erfreuen.

"Hoffentlich wissen die Männer hier, auf was sie sich eingelassen haben", frotzelte Constanze Baruschke zu Beginn. Natürlich handelten die Themen des Abends auch von Frauen, die sich vorzüglich als Gespielinnen eignen können. Constanze Baruschke zeigte als Diseuse zu ihren stimmlichen Qualitäten die große Bandbreite ihrer Schauspielkunst in hinreißender Mimik, Gestik und Körpersprache, und Susi Weiss bestach als ebenbürtige Partnerin am Piano. Eine pinkfarbene Stola zum schwarzen Kleid genügte der Chansonniere als Accessoire beim Lied der Stripperin, der die Pianistin mit Boogie-Rhythmen den passenden Schwung verlieh.

Welche Eigenschaften soll eine Frau für den Mann haben? Georg Kreisler beantwortet das mit seinem Lied "Sie ist ein herrliches Weib" aufs Amüsanteste, und Constanze Baruschke gab dieser erotischen Frauenperson köstlich Ausdruck.

Zum Paradestück machte sie anschließend die "Telefonbuchpolka". Der Ausflug dabei in österreichisch-böhmische Namensgebungen mit dem Anfangsbuchstaben V wurde zum großen Gaudium dank Baruschkes Sang- und Sprachtalent und Susi Weiss` Können am Klavier.

Mit schwarzem Kopftuch, sehr beweglicher Körpermitte und in theatralischem Vortrag verwandelte sich Constanze Baruschke in eine untreue Haremsdame und die Pianistin übersetzte den "Skandal im Harem" auch musikalisch höchst humorvoll. Zurück nach Österreich, mit Schiebermütze und Jackett wechselte die Chansonniere schön makaber zum lustvollen Frauenmörder und gleich anschließend zum höheren Töchterlein.

In dem frivolen Song von Helen Vita aus den 60er-Jahren, der damals auf dem Index stand, sang und schauspielerte sie in herrlich kecker und naiver Weise die französische Kindfrau. Während Susi Weiss in ihrem Solo gesungen und Klavier spielend die Ballade "Vom alten Wolf" wiedergab, hatte sich Constanze erneut verkleidet und brachte sehr gefühlvoll Charles Aznavours "Du lässt dich gehen" zu Gehör.

Susi Weiss wiederum stellte fest "Die Männer sind alle Verbrecher" und die weiblichen Zuhörer bestätigten dies lautstark im Chor. Georg Kreislers Song "Heut wird ich mich besaufen" unterlegte die Pianistin mit feinen Walzereinsprengseln und Kreislers wunderbares "Gehen ma Tauben vergiften im Park" wurde zum musikalischen kleinen Theaterstück. Berührend und eindringlich servierten die beiden Künstlerinnen Berthold Brechts "Surabaya-Jonny" und sehr einfühlsam Kreislers "Ich hab dich vergessen zu vergessen". Variationsreich und witzig bereiteten beide ein "Boeuf Stroganoff" und baten die Männer beim letzten Lied "Gehen Sie weg, Sie sind viel zu keck".

Ein überaus begeistertes Publikum erklatschte sich noch zwei Zugaben und freut sich schon auf den Edith- Piaf-Abend des gelungenen Duos am 8. Mai dieses Jahres wieder im Rosenheimer "Le Pirate".

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