Lieder über die Liebe

Fräulein Kitty bliebt der Mund offen stehen als sie Herrn Tobias im Frack erblickt. Den Mund klappt Sänger Tobias Gründl seiner Gesangspartnerin Katharina Wittmann schließlich zu.

Amfping – Den Abschluss der kleinen Kulturwoche in Ampfing bereiteten Katharina Wittmann, Tobias Gründl und Markus Speckbacher mit ihrem Programm „Fräulein Kitty und die Spitzbub’n“.

Diverse Lieder über die Liebe verbanden die Künstler mit schauspielerischen Szenen. Rund 150 Gäste lauschten dem Gesang mit Klavierbegleitung.

Auf der Bühne stehen ein Flügel, ein weißer Tisch mit Blumen und Sekt, dazu passend zwei Stühle. Sopranistin Wittmann und Tenor Gründl arbeiten sich singend durch denn Mittelgang zwischen dem Publikum auf die Bühne. Den ungewöhnlichen Auftritt unterstreicht Gründl noch weiter, der Hawaii-Hemd und kurze Hose sowie Tennissocken in Sandalen trägt. Dies zieht ein amüsiertes Raunen der Zuschauer mit sich.

Gründl wisse nicht, warum er bei den Frauen keinen Erfolg habe, erklärt er Fräulein Kitty. Nach „Ich bin nur gut, wenn keiner guckt“ und „Man müsste Klavier spielen können“ erscheint Gründl schließlich im Frack und verführt so seine Bühnenpartnerin. Doch seinen Erfolg bei den Frauen nutzt der Tenor aus und geht fremd. Auch Ampfings Zweite Bürgermeisterin, Gabriele Herian, stehe angeblich in Gründls Telefonbuch. Während seine Frau eine Torte bereitet, holt er zwei Frauen in roter Kleidung auf die Bühne und besingt sie als Kirschen aus Nachbars Garten. Zuletzt trennt sich das Paar. Betrunken singen sie ihr Abschiedslied. Besonders die Rolle als „Vollblutweib“ liegt Wittmann, die schließlich mit verschmierter Schminke und unordentlichen Haaren beeindruckt.

Diverse Kostüme zeichnen den Auftritt der Sängerin aus. Im roten, weißen, grünen und grauen Kleidern tritt sie auf. Den meist passiven Pianisten Speckbacher bindet Wittmann immer wieder mit ein: nennt ihn ein Beispiel für einen attraktiven Mann, fährt ihm durch die Haare und setzt sich auf seinen Schoß. Gründl geht immer wieder durch die Reihen, singt für einzelne Zuhörer, verteilt Rosen und durchbricht so die Distanz zwischen Bühne und Zuschauerraum. Die Künstler hatten für ihr Programm Schlager aus den 1920er-Jahren von Zarah Leander, Johannes Heesters und Max Raabe ausgewählt.

Kleines Manko: Die Lautsprecher knisterten zu Beginn der Vorstellung, was die Künstler jedoch rasch vergessen machten.

Am Ende gab es viel Applaus – und zwei Zugaben, die die Gäste schließlich den Sängern entlockten.

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