Klassisches Trio auf hohem Niveau im Töginger Carl-Orff-Saal

Clara, Anna und Paula Schweinberger (von links) bei ihrem Vortrag von Max Bruchs „Nachtgesang Nr. 6“.
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Clara, Anna und Paula Schweinberger (von links) bei ihrem Vortrag von Max Bruchs „Nachtgesang Nr. 6“.
  • Karlheinz Jaensch
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Albert Kasböck organisiert seit 2002 die Töginger Kammerkonzerte im Carl-Orff-Saal. Bei der Auswahl der Interpreten hat er stets eine glückliche Hand. Nachdem alle Konzerte bis September ausfallen mussten, durfte er nun drei Künstlerinnen der klassischen Musik in den Carl-Orff-Saal einladen.

Töging – Die jungen Geschwister Schweinberger, mit 21 und jünger schon Kulturpreisträgerinnen der Stadt Burghausen, sind Meisterspielerinnen auf Geige, Klavier, Cello und Oboe.

Seit vielen Jahren erreichen die drei jungen Frauen in sämtlichen Formationen Preise in nationalen und internationalen Musikwettbewerben. Kasböck kündigte dem Publikum am Samstagabend das Trio als „auf unglaublich hohem Niveau“ spielend an.

Anna Schweinberger eröffnete den Konzertabend als Solistin mit Johann Sebastian Bachs „Chaconne aus Partita 2 in d für Violine.“ Ihre Erklärungen dazu verrieten, dass sie sich nicht nur mit dem Werk, sondern auch mit dem Leben des Komponisten beschäftigt hatte. Sie spielte die Komposition so, wie sie Bach vermutlich gern gehört hätte.

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In dem zwanzigminütigen Vortragswerk erklangen mehrstimmige Melodien und Akkorde. Schweinbergers Läufe, Triolen und Triller klangen präzise und in schnellem Tempo. Dabei legte sie hohen Wert auf den Ausdruck. Alle Stimmungen, die Bach in sein Werk gezaubert hatte, waren im Carl-Orff-Saal deutlich zu spüren. Ebenso ausdrucksstark spielte die Geigenvirtuosin anschließend auf dem Flügel drei Intermezzi von Johannes Brahms. Auch bei diesen Stücken merkte man, dass sie Werk und Leben des Komponisten „studiert“ hatte, denn sie präsentierte die Stimmungen entsprechend Brahms Vorstellungen. Das Publikum spürte förmlich Trauer oder Freude, Schmerz oder Wohlbehagen.

Mit Witz und Schwung

Vor der Pause trat das gemeinsame Trio aufs Podium. Anna Schweinbergers Zwillingsschwester Paula Schweinberger, eine ebenfalls vielfach preisgekrönte Cellistin, und Schwester Clara Schweinberger, zahlreich ausgezeichnete Oboen-Spielerin, zauberten mit Anna Schweinberger am Flügel Max Bruchs „Nachtgesang Nr. 6“ in den Saal. Der hölzerne Klang der Oboe und der warme des Cellos war für die Gäste im Saal ein Ohrenschmaus. Nach der Pause begleitete Anna Schweinberger ihre Schwester Clara Schweinberger bei Francis Poulenc „Sonate für Oboe und Klavier“. Das rhythmische Scherzo im zweiten Satz verursachte mit seinem Witz und Schwung bei manchem Besucher ein Muskelzucken im Gesicht.

Bei der „Sonate für Cello und Klavier Op. 38 Nr. 1“ von Johannes Brahms bauten die Zwillingsschwestern Anna und Paula Schweinberger in unfassbarem Tempo immer wieder Spannungen auf, die kurz abklangen, um sich anschließend wieder aufzubauen. Auch der Trio-Teil im zweiten Satz dieses Stückes stellte einen besonderen Unterhaltungswert dar.

Als Reaktion auf den lange anhaltenden Beifall der Besucher im Carl-Orff-Saal am Ende des Konzertes, spielten die Geschwister Schweinberger ein Lied von Max Reger als Zugabe.

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