Klassische Musik zum Träumen

Gefühlvolle Instrumentenbeherrschung:Katharina Cording (Violine), Klara-Maria-Cording (Piano) und Peer-Christoph Pulc (Violoncello, von links). Jaensch

Töging. – Schon 2017 begrüßte der Mitorganisator der Töginger Kammerkonzerte, Albert Kasbeck, das wohl deutschlandweit anerkannteste „Klaviertrio Würzburg“.

Die Schwestern Karla-Maria und Katharina Cording an Piano und Violine sowie Cellist Peer-Christoph Pulc verdanken ihren hohen Ruf einem 18-jährigen Zusammenspiel, welches sie immer noch verfeinern und perfektionieren.

Das Trio begann seine Darbietung mit Salomon Jadassohns „Trio Nr.3 c-Moll. Die harmonischen und graziösen Tonfolgen, die beschwingten lockeren Melodien erinnerten zuweilen an romantische Weisen in mozartischer Leichtigkeit. Einige Melodien im 2. und 3. Satz dieser harmonischen Komposition werden sicher zu den „Ohrwürmern“ des schlesischen Komponisten im 19. Jahrhundert gezählt haben. Sie wären es auch noch heute, kämen sie öfter zum Vortrag.

Ganz anders erklang dagegen das „Trio pour piano, violon et violoncelle“ von Maurice Ravel. In dem Werk „malte“ der Komponist Landschaften seiner französischen Heimat. Und er drückte darin auch die Stimmungen aus, die diese erzeugen. Man sieht die Flüsse und Auen, die Berge und Küsten und spürt die atlantischen Stürme und Regen.

Das Piano schafft den Untergrund, Geige und Cello streichen und tupfen am Bild und lassen Sonne aufgehen, Regen tropfen und Bäche fließen. „Ich liebe Ravel, man kann dabei so schön träumen.“, schwärmt eine Besucherin in der Pause.

Die Tonfolgen sind nicht immer harmonisch, gängige Melodien sind selten, das Land des Sonnenkönigs blüht nicht nur. Die hohen Ansprüche, die der Komponist bei diesem Werk an die Instrumentenbeherrschung und an das gefühlvolle Zusammenspiel der Vortragenden stellt, erfüllten die drei Künstler mit reichem Gefühl, allergrößter Spiellaune und lang erworbener Perfektion. Nach der Pause war die gewaltige festliche Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdys c-Moll Trio wiederum ein Gegensatz zu Ravel. Furiose wilde Tonfolgen endeten abrupt in stillen Passagen und gingen dann weiter in ausdrucksvolle und sehr harmonische Melodien. Auch hier überzeugten die Künstler durch ausdrucksvolles Solo- und Zusammenspiel. Bei jedem Tempowechsel oder Wechsel der Vortragsweise – wie auch bei den vorherigen Werken – war der Klangkörper wie aus einem Guss. Die Harmonie der Musik steckte auch an diesem Abend in den Künstlern. Als Zugabe trug das Trio noch ein Lied von Schwester Fanny Mendelssohn vor.

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