„KatzenKinderBuch“: Mühldorfer Professor Hans Gärtner widmet Samtpfoten eine Liebeserklärung

Dicke Freunde waren sie, bis die Katze krank wurde: Pelzl und Professor Dr. Hans Gärtner. Nun hat sich der 81-jährige emeritierte Professor für Grundschulpädagogik einen kleinen Traum erfüllt und das „KatzenKinderBuch“ heraus gebracht.
  • Andrea Klemm
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Nicht nur für Katzenfans ein Leckerbissen: Das „KatzenKinderBuch“ von Hans Gärtner. Der emeritierte Professor für Grundschulpädagogik aus Polling bei Mühldorf hat den Salonlöwen, Samtpfoten und exzentrischen Mistviechern vor dem Herrn eine Liebeserklärung in Form von Geschichten, Rätseln und Schelmereien gewidmet.

Mühldorf/Polling – Ein Leben ohne Katze ist möglich – aber sinnlos. Loriot hat seinen berühmten Ausspruch zwar auf Möpse gemünzt – doch jeder Tierfreund wird ihn gerne für sich und seine Lieblinge adaptieren. Katzenfreunde, so sagt man, sind eine ganz besondere Spezies – genau, wie die Götter, die von ihnen angebetet werden. Wie sagt man in Bayern? Wie der Herr, so s‘ G’scherr. Fragt sich nur, wer Herr und wer Sklave ist, also gottgleiche Anmut und der dazugehörige Dosenöffner.

Eine süße Hommage

Professor Hans Gärtner (81) aus Polling bei Mühldorf ist einer von diesen „Dienern“ und hat den Salonlöwen, Grazien auf Samtpfoten und Mistviechern vor dem Herrn mit dem „KatzenKinderBuch“ eine süße Hommage gewidmet. Und zwar in Form von Geschichten, Rätseln und Schelmereien.

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„Ein Exzentriker bin ich nicht“, lacht der Pollinger, „aber, ich hab schon meinen Kopf, so wie die Katz‘. Das ist das Verbindende, das, was mir so gefällt“. Ein Hund, der mache, was man ihm sage, die Katze meist das Gegenteil und tue, was sie wolle.

Lustig und bunt ist das Cover vom „KatzenKinderBuch“, das Elena Buono illustriert hat.

Eine Katze tut, was sie will

„Sie lebt ihr Leben, das soll sie ja, sie soll ja nicht meins leben“, lacht der ausgesprochene Katzenfreund. Sein letzter Haustiger, Pelzl, sei leider vor vier Jahren im Alter von 13 verstorben. „Das rührt schon an, wenn das Tier nimmer da ist.“ Seither besuche noch des Nachbars Katze die Gärtners. „Die mag uns, lässt sich streicheln und verwöhnen und auf einmal haut sie dir die Krallen rein.“ So ein Luder. Aber so sind Katzen eben. Tiere, die Extreme mit sich bringen. Professor Gärtner ist milde und hat dafür Verständnis – auch wenn es mal tiefere Blessuren gibt. Seine Frau Ursula hat kürzlich sehr unter einem Prankenhieb gelitten, erzählt er.

„Unsere Tochter ist die reinste Katz‘ “

Sie war es, die einst die trickreichen und manipulativen Wesen in sein Leben brachte. „Ich durfte als Kind keine Katze haben. Mein Vater hatte nichts gegen die Vierbeiner, aber er hatte auch nichts zu melden, was ein Haustier betraf, war er doch viel zu selten daheim. Als ich meine Frau heiratete, war das Erste, was wir uns anschafften, eine Katze – noch vor dem Kind“, lacht der Professor. Die Tochter, die mit dem Enkelkind im Münchner Umland lebe, habe die Liebe zu den Miezerln geerbt. „Unser‘ Tochter ist die reinste Katz‘. Dauernd schickt‘s uns Fotos von der ihren“.

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Mit seinem „KatzenKinderBuch“ hat sich der emeritierte Professor für Grundschulpädagogik selbst auch einen kleinen Traum erfüllt und sich von seiner Sammlung alter Kinderbücher inspirieren lassen.

Aesop, Paul Celan oder etwa die Brüder Grimm sind neben vielen weiteren bekannten Namen zu finden. Für neue Texte spitzte er selbst die Feder und gewann befreundete Autorinnen und Autoren. Illustriert hat das Werk Elena Buono, die aus der Toskana stammt und in München lebt. Ihre lustige Bande der „90 gatti“ tummelt sich nicht nur bunt auf dem Cover, sondern tigert frech, anmutig und schelmisch in schwarz-weiß durch das ganze Buch.

Neben Geschichten und Reimen findet sich auch Autobiografisches im „KatzenKinderBuch“.

Miez manipuliert den Spitz vom Schneider Diez

So hat der Bub Hans Gärtner mit zwölf Jahren zum ersten Mal bei einem Kumpel im „Kleinen Knaur“ schmökern dürfen und etwas über die Zibetkatzen erfahren – und ihre Afterdrüsen und die moschusartige Substanz Zibet, die für die Parfümindustrie eine Rolle spielt. Für Kinder in dem Alter kurios und zum scheckig lachen – allein das Wort „Afterdrüsen“.

Der späte Gärtner dichtet in seinem Werk einer Katze und einem Hund eine „Liebesgeschichte“ an. Auch, ohne die Zeilen zu kennen, ahnt man, für wen die Story Ärger und Stress bedeutet: Richtig, für den treudoofen Hund, den „weiße(n) Spitz vom Schneider Diez. Der liebte heiß des Nachbarn Miez“. Für sie wird er zum Dieb, macht sich zum Affen, begeht Strafvereitelung und Gefangenenbefreiung. Und die Katze kostet seine Gutmütigkeit vollends aus. Fast wie im richtigen Leben.

Aber wer soll einer solch eleganten Diva schon böse sein können? Einem Tier, das zu ihrer Zeit die alten Ägypter schon als heilig verehrten.

„KatzenKinderBuch“ im Buchhandel erhältlich

Denn sie verkörperte das Göttliche. Wen wundert es da, dass der Teil der Menschheit, der der Katzen verfallen ist, nach mehreren tausend Jahren noch nicht klüger geworden ist und sich vom Schnurren dieser Schönheiten allzu leicht um die Tatze wickeln lässt?

Das „KatzenKinderBuch“ ist im Buchhandel unter der ISBN 978-3-96200-274-9 erhältlich, oder via www.vs-media-shop.de.

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