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Kultur im Haberkasten

Josef Straßberger holte 1928 „Heimatgold“: Andreas Lechner liest aus dem gleichnamigen Buch

Andreas Lechner (links) und Maxi Pongratz beeindruckten ihre Hörer an diesem Tage tief.
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Andreas Lechner (links) und Maxi Pongratz beeindruckten ihre Hörer an diesem Tage tief.
  • Karlheinz Jaensch
    VonKarlheinz Jaensch
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Der Gewichtheber Josef Straßberger gewann 1928 in Amsterdam als erster Bayer eine Olympia-Goldmedaille. In Mühldorfs Haberkasten wurde dieser Moment bei einer Lesung noch einmal lebendig.

Mühldorf – Als der Autor die Stelle seines Buches vorträgt, das den Moment des Jahres 1928 schildert, in dem der Gewichtheber Josef Straßberger in Amsterdam seinen „Goldstoß“ steht, da meinen die Zuhörer in Mühldorfs Haberkasten, sie vernehmen die aufgeregte Stimme aus den Kopfhörern der 20er Jahre. Engagiert, die Beine fest unter den Tisch und den Stuhl auf den Boden stemmend und den Kopf weit nach vorne gebeugt, sprudeln die Worte aus dem Mund des Rezitators und Schauspielers Andreas Lechner: „Gold, Gold für Deutschland! Straßberger ist der erste Bayer, der bei Olympia eine Goldmedaille gewinnt.“

Der Enkel liest aus dem Leben des berühmten Sportlers

„Heimatgold“ heißt das Buch von Autor Andreas Lechner, das er an diesem Abend vor sich liegen hat. Es ist eine überschaubare Zahl Besucher, die zu dieser Veranstaltung der Volkshochschule Mühldorf gekommen ist. Aber sie ist beeindruckt. Hatte Andreas Lechner zuvor das Leben des kleinen Josef auf dem Gelände der Sägemühle bei Kolbermoor ruhig und einfühlsam geschildert, so vermittelte er beim Lesen anderer Passagen des Buches mit Stimme, Tonfall und Körperhaltung den Eindruck einer Direktübertragung.

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Im Zirkus in Rosenheim die Weichen gestellt

So war es, als der damals stärkste Mann der Welt, der Steyerer Hans, dem kleinen Josef im Zirkus in Rosenheim die Hand drückte und ihm eine Karriere voraussagte. Auch als der Josef loszog, später bei 1860 München trainierte und große Triumphe feierte.

Aus der Abneigung gegen die aufkommenden Nazis kein Geheimnis gemacht

Straßberger war bald ein gern gesehenes Mitglied der „besseren“ Münchner Gesellschaft und brachte es zu Wohlstand. Seine Abneigung gegen die aufkommenden Nazis schildert der Autor lebhaft bei einem Faschingsball.

Freilich braucht ein so mitreißender Leser auch Pausen. Diese füllte sein Freund Maxi Pongratz mit dem Akkordeon. Blitzschnell drückten seine Finger die Tasten und Knöpfe des Instruments und mit der Luft aus dem bunten Balg zauberte er bunte Musik. Die Stimmungen, die er mit seiner „Kofelgschroa“-Musi bewirkte, reichten von heiter beschwingt bis drohend und erdrückend. Eben auf das Lesen seines Freundes Andreas abgestimmt.

Beim Bombenangriff auf München alles verloren

Mit dem letzten Bombenangriff auf München verlor der mittlerweile erfolgreiche Gastwirt und Hotelier Straßberger sein ganzes Vermögen und auch die Medaille. Nur unter Einsatz des eigenen Lebens rettete er seine Familie aus dem brennenden Keller seines Hotels. Auch diese Szenen las der Schauspieler ergreifend. Er hätte ein größeres Publikum verdient gehabt.

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