Impressionen für Klavierliebhaber

Hoch konzentriert spielteEva Barbarino im Kloster Zangberg, eine Veranstaltung des Fördervereins Musikfreunde Mühldorf. von Ahn

Zangberg – Vergangenen Sonntag spielte die Pianistin Eva Barbarino im Ahnensaal des Klosters Zangberg.

„Märchenbilder für einen Herbstabend“ zeichnete die Pianistin und lockte so auch Familien mit Kindern in die Veranstaltung. Anspruchsvoll hingegen waren die Stücke ausgewählt, wenig märchenhaft.

Beethoven habe in seiner Sonate Nummer 17 Stimmungen der Natur eingefangen, er beschreibe einen Sturm, sagte Barbarino. Unter anderem einen Reiter, der über ein Feld reite, habe den Komponisten inspiriert. Die Künstlerin erzählt, dass Shakespeares Theaterstück „Der Sturm“ Vorbild war. Darin geht es zudem auch um Geister, Meere und Inseln.

Und ja, es entstehen Bilder von tanzenden Blättern und durchgerüttelten Bäumen. Reiter und Sturm kämpfen, gehen aber auch eine Synergie ein, harmonieren und spielen miteinander. Die Melodie in Chopins Ballade hüpft immer einmal und gibt beim Anblick eines Sonnenaufgangs und die Aussicht auf einen schönen Tag. Barbarinos Einführungen sind für Erwachsene aufbereitet.

Hindemiths „Träume und Erlebnisse“ hingegen fordern mehr Fantasie. Der Komponist sei ein schlechter Schläfer gewesen, führt Barbarino ein. Und so klingt auch das Stück: ein nervöser Schlaf und schlechter Traum, Kuckuck, Uhu und Fuchs sind – wenn auch nicht immer leicht – zu erahnen. Die Musikerin spielt sehr konzentriert, ihr Gesicht zeigt hohe Anspannung. Auch das Publikum ist aufmerksam, sein Applaus tosend.

„Auch für junge Zuhörer ab sieben Jahren empfehlenswert“, lautete ein Hinweis in der Vorankündigung des Klosters. Doch nach der Pause waren Grundschulkinder nicht mehr dabei – zu kompliziert die Hintergründe, zu wenig märchenhaft die Bilder. Kenner und Liebhaber der Stücke kamen hingegen voll auf ihre Kosten. Debussys Suite ist von der Natur inspiriert: Herbstwind, Schwelgen in der Winterlandschaft und das Frühlingserwachen zeichnet der Komponist nach. Auch das Stück ist anspruchsvoll und nicht für Neulinge der Klaviermusik geeignet.

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