Das Herrenquartett "Mistcapala" im Waldkraiburger Haus der Kultur

Humor der alten Schule

Musik mit Strom und Raumanzug: "Thereminator" Tom Hake mit dem Theremin. Foto hfr
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Musik mit Strom und Raumanzug: "Thereminator" Tom Hake mit dem Theremin. Foto hfr

Das Herrenquartett Mistcapala im Haus der Kultur: Vier Männer in den besten Jahren spielen zahlreiche verschiedene Instrumente und machen ihre Witze. Dabei halten sich die kabarettistischen Einlagen und die musikalischen Darbietungen die Waage.

Zentrale Figur, was den Humor angeht, ist Tom Hake. Überzeugend spricht er in verschiedenen deutschen Dialekten. Und gleich nach der Pause redet er sogar tschechisch, weil sich die Band aus Landsberg am Lech kurzerhand in eine böhmische Kurkapelle verwandelt, die vor allem dem guten Schnaps Becherovka zuspricht, bei dem man laut Hake "das Fruchtfleisch aufschütteln muss", um sich nicht zu vergiften.

Die Qualität der Pointen ist solide. Auch die musikalische Begleitung ist handwerklich gut gemacht. Vor allem das letzte Stück der zweiten Zugabe ging gut ins Ohr - eine wunderschöne Melodie, die den Zuschauer zufrieden nach Hause gehen ließ.

Etwas ratlos lassen die Protagonisten die Besucher allerdings, was den Namen des Programms betrifft: "Wurst statt Käse" wird nicht aufgelöst, weil den ganzen Abend lang weder Wurst noch Käse zum Thema wird.

Dafür gibt es eine interessante Vorstellung eines sehr besonderen Instruments, das angeblich in den 1950er-Jahren von einem Russen erfunden wurde: das Theremin. Das Instrument besteht aus Metallbügeln, durch die Strom fließt. Mit Handbewegungen in der Nähe der geladenen Bügel werden pfeifende Töne erzeugt. "Thereminator" Tom Hake spielte darauf im Raumanzug ein sehr melodiöses Stück. Außerdem kommen noch ein altes graues Telefon mit Wählscheibe und ein orangefarbenes Handmikrofon mit langem Kabel zum Einsatz. So etwas hat man schon lange nicht mehr gesehen.

Die drei anderen Mitglieder des Herrenquartetts überlassen Hake das Rampenlicht und treten nicht allzu offensiv in Erscheinung. Kontrabassist Tobias Klug gibt am Ende eine sächsische Verballhornung eines Wiener Gassenhauers zum Besten. Gitarrist Vitus Fichtl hängt sich in der ersten Hälfte schwarze Socken ans Brillengestell und setzt sich eine Unterhose auf den Kopf. So wird mit einfachsten Mitteln Goofy dargestellt. Und Armin Federl spielt den ganzen Abend hauptsächlich Schifferklavier.

Das Publikum genoss einen ruhigen Abend, der ein bisschen an die gute alte Zeit erinnerte, als noch nicht alles so grell sein musste wie heute. Mistcapala macht ganz bewusst kein politisches Kabarett. Und auch das kann sehr wohltuend sein.

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