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„Holleri du dödl di“

Chirurgischer Eingriff in der Küche: Mutter Elfriede (Annegret Weinbauer) operiert, Opa (Veit Bibo) kümmert sich um die Anästhesie, der Ehemann (Josef Hell) assistiert. Und eine Reporterin (Beate Morbach) dokumentiert.
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Chirurgischer Eingriff in der Küche: Mutter Elfriede (Annegret Weinbauer) operiert, Opa (Veit Bibo) kümmert sich um die Anästhesie, der Ehemann (Josef Hell) assistiert. Und eine Reporterin (Beate Morbach) dokumentiert.

Loriot verstaubt nicht. Die Erinnerung an seine Paraderollen mit der unvergleichlichen Evelyn Hamann im Fernsehen der 1970er-Jahre ist auch nach so vielen Jahren hellwach.

Nun wagt sich die 13-köpfige Theatergruppe des Stadttheaters Waldkraiburg unter der Regie von Armin Stockerer im Kleinen Saal des Hauses der Kultur Waldkraiburg mit „Endstation Alltag“ an die Umsetzung der klassischen Texte. Die Laiendarsteller, die diesmal auch an der Regie mitarbeiteten, zeigten Loriot-Szenen im Originaltext und in wechselnden Besetzungen.

Es beginnt mit einem regen Gedankenaustausch der Opernbesucher beim Kartenkauf. Missverständnisse wegen der Aufführungstermine von Wagners „Siegfried“ und Flotows „Martha“ sind aufgrund der Namensgleichheit mit der Schwägerin eines Paares vorprogrammiert. Maßgeblich bestimmt hier Veit Bibo die Szene, der ebenso authentisch die Rolle des Opas bei der Ankunft von „Mutters Klavier“ spielt und mit seiner Familie (Annegret Weinbauer, Eva Stocker, Dominik Schlund, Lisa und Ludwig Stocker) und den Transporteuren (Karin Polzer, Gitti Köllhofer) ein Video über den ach so freudigen Empfang inszeniert.

Auch in der Szene mit der Politesse am Rand des Nervenzusammenbruchs (Doris Thomas) bleibt kein Auge trocken, als die angeblich defekte Parkuhr und die verschiedenen Besitzer mit ihren Autos zum allgemeinen Desaster beitragen. Nicht weniger köstlich anzuschauen sind die Darsteller in der Szene mit dem legendären „Frühstücksei“ (Doris Thomas/Josef Hell) oder in der Praxis einer Psychologin (Eva Stocker) bei der „Eheberatung“ (Karin und Hermann Polzer).

Gleichfalls im medizinischen Ambiente angesiedelt ist die blutige Heimoperation, die die couragierte Mutter Elfriede Grötzmann (Annegret Weinbauer) in der Küche tätigt, wobei ihr der Opa (Veit Bibo) mit der Luftpumpe (Anästhesie) und der Ehemann (Josef Hell) mit Pinzette und Tupfer zur Seite stehen. Dazwischen versucht die quirlige Reporterin (Beate Morbach) die Kosten-Nutzen-Hintergründe des ganzen Unternehmens aufzudecken.

Sehr amüsant gestaltet sich auch Morbachs „Englische Ansprache“, die im Schwierigkeitsgrad dem Fischers-Fritze-Zungenbrecher in nichts nachsteht. Eine ähnliche sprachliche Herausforderung meistert die Theatergruppe bei der Einstudierung des „Holleri du dödl di“ und all seiner Varianten im Rahmen der „Jodelschule“.

Natürlich darf an einem Loriot-Abend auch der „Bettenkauf“ nicht fehlen, bei dem Josef Hell seine Sternstunde als Verkäufer erlebt. Ebenfalls bravourös: der Auftritt Sarah Ebenbichlers in „Deutsch für Ausländer“ und Gitti Köllhofers in „Die weiße Maus“. „Das schiefe Bild“ steht am Schluss eines wunderbaren Theaterabends, bei dem zwar (gewollt) die Kulissen einstürzten, das Publikum aber seinen Spaß hatte und den Mitwirkenden zurecht reichlich Beifall spendete.

Für die letzte Vorstellung am Donnerstag, 11. Mai, sind noch Karten im Haus der Kultur erhältlich.

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