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Alto Hien erklärt Bilder "von/m Herzen" in Altöttings Stadtgalerie

Herzergreifend

Alto Hien vor dem Gemälde Ernst Eichingers, das dieser nach überstandener Herz-OP malte. Foto gär
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Alto Hien vor dem Gemälde Ernst Eichingers, das dieser nach überstandener Herz-OP malte. Foto gär

Wenn Alto Hien, der in Perach lebende 73-jährige sanft humorvolle Künstler, dem Otto Normalverbraucher Bilder seiner Kollegen aus der "Münchner Secession" nahe bringt, die derzeit in der Altöttinger Stadtgalerie ausstellt, rührt sich was. "So eine Herz-OP, die ist schon was Greisliches!

", stellt Hien fest. Und fügt hinzu: "Da kann der kürzlich operierte Ernst Eichinger doch kein schönes Bild malen. Da muss er doch" - und Hien sagt tatsächlich - "ein greisliches Bild dazu malen!" Eichinger, mit 85 Jahren der Älteste der 23 ausstellenden Maler und Bildhauer, hat gerade eine Herz-OP hinter sich. Lebensbedrohlich war sie. Unerträglich - nicht vorher, nicht nachher. Man weiß ja nie, wie es nach so einem Eingriff weitergeht.

Auf Eichingers beträchtlich großflächigem Bild, das man - auch wenn`s viele nicht wahrhaben wollten, als die Ausstellung "Herz" gehängt wurde - direkt ins Blickfeld derer rückte, die die Treppe zum Obergeschoss hochsteigen und als erstes den dort "greislich" hängenden Eichinger ansehen müssen, geht es zu, dass es kracht. Schläuche rein und raus, Farben kunterbunt, wüstes Chaos. Das Herz: ein Schlachtfeld. "Kein gefälliges Bild!", betont Hien nochmals. Wie denn auch? Wenn einer Ängste aussteht und bangen muss um seine Weiterexistenz - malt er da was Beruhigendes, Nettes? Etwas, das man sich gern an die Wand pinnt? "Kunst", so Alto Hien, "ist nicht dazu da, Schönes hervorzubringen, sondern Fragen zu stellen, Lösungen für Probleme zu suchen, die einem das Leben tagtäglich aufgibt." Wie recht er hat, der Maler und Bild-Erklärer Alto Hien.

Wie gut auch, dass er den Rundgang durch die Ausstellung "Herz" nicht ausdehnt. Dass er sechs Bilder aussucht, sie einordnet, etwas über die Künstler sagt, Name, Herkunft, Arbeitsweise, Absicht: "Der Simon Dittrich aus Stuttgart durchleuchtet theologisch das schwarze Herz der schwarzen Marie von Altötting!".

Ein paar Schritte weiter stellt Joseph Michael Neustifter aus Eggenfelden eine Bronzeschatulle unter Schauglas. Ein nackter Mann, sichtlich liebestoll, greift einer entkleideten Dame an die Brust. Titel: "Herzergreifend!" Der passt auf viele der Exponate.

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Die Altöttinger "Herz"- Ausstellung in der Stadtgalerie dauert bis 9. Juni.

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