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Nepo Fitz in Mettenheim: Er meutert und brüllt, bis das Publikum tobt

Vom Grant getrieben

"Heute ist mein bester Tag" - Nepo Fitz bei der Selbsttherapie im Kulturhof. Foto lmm
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"Heute ist mein bester Tag" - Nepo Fitz bei der Selbsttherapie im Kulturhof. Foto lmm

Wer die ersten beiden Programme von Nepo Fitz kennt, wusste, was auf ihn zukam. Sicher kein ruhiges Musikkabarett mit Entspannungscharakter und Tiefgang.

Das wäre ein Widerspruch in sich, denn schon die Herkunft dieses temperamentvollen Unikums steht für geballte Ladung intelligenten, bayerischen Humors, gepaart mit bester Schauspielkunst und musikalischer Kraft.

Auch in seinem aktuellen Soloprogramm "Dringend", welches er wieder alleine, also ohne Papa Ali Khan, im Mettenheimer Kulturhof präsentierte, sucht das bayerische Energiebündel seine eigene Identität, erlebt als beinahe 33-Jähriger zusammen mit seinem Publikum quasi die letzte Phase jugendlicher Rebellion, die es dringend auszuleben gilt: "Sie haben ein Recht auf meine Identitätsprobleme", sagt er, und begibt sich auf eine temporeiche, vom Rock'n'Roll umrahmte, brillant überzeichnete Entdeckungsreise zu sich selbst. Heimliches Hauptthema ist der Hass, ein Gefühl, das man lieber für sich behält, es sei denn, man ist bayerischer Kabarettist und heißt mit Nachnamen "Fitz" - ein Name, der von Haus aus zur Provokation verpflichtet. Fitz übersetzt "Hass" mit "bayerischem Grant", macht ihn schlichtweg zu seinem Lebenselixier und benutzt ihn zur Neustrukturierung seines Ichs. Hochgradig "grantig" und im Pointenhagel stürzt er sich auf die dringenden Fragen des Lebens, die keine Prioritäten zulassen, aber keiner selbst beantworten will. Er meutert, brüllt, brüskiert, revoltiert, reißt sich die Kleider vom Leib, bis das Publikum tobt.

Da geht es um Hundebesitzer, 60er-Fans, Serviceleistungen an Tankstellen, die Nebenkosten des Geschlechtsverkehrs, das Älterwerden, "g'schnappige Pinguine" mit "Pro Familia-Tick", Handynutzer in der S-Bahn, "freundliche" Lidl-Verkäuferinnen, Wohnmobile gegen Marder und vieles mehr. Gedanken, die auch vor politischen Themen nicht halt machen, weil gerade hier der "Grant" so richtig zum Vorschein kommt.

Die Lösung für den Künstler: Eine To-Do-Liste für das restliche Leben, ganz viel Rock'n'Roll und weiter "granteln": "Geht's nach Hause und werd's grantig", appelliert er am Ende an die restlos begeisterten Zuschauer, die diese energiegeladene und außergewöhnliche Darbietung von Nepo Fitz mit viel Applaus quittierten.