Das Ensemble "FisFüz" und Gianluigi Trovesi im Haberkasten

Ein grandioser Auftritt

So dicht, so schnell, so kraftvoll: Das Ensemble "FisFüz" mit Annette Maye und Murat Coskun im Mühldorfer Haberkasten. Foto hfr
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So dicht, so schnell, so kraftvoll: Das Ensemble "FisFüz" mit Annette Maye und Murat Coskun im Mühldorfer Haberkasten. Foto hfr

Vorneweg: Es war ein großartiger Abend. Das Ensemble "FisFüz" trat im Mühldorfer Haberkasten mit dem weltbekannten Klarinettisten Gianluigi Trovesi auf - und begeisterte auf ganzer Linie.

"FisFüz" ist übrigens ein Fantasiename, die Gruppe existiert seit 1995. Gegründet wurde sie von der Flensburger Klarinettistin Annette Maye und dem Freiburger Percussionisten Murat Coskun. Seit einigen Jahren ist Gürkan Balkan fest als Gitarrist und Ud-Spieler engagiert.

Musikalisch bewegt sich "FisFüz" zwischen Tunesien und der Kasachischen Steppe, zwischen Jazz und Klezmer, zwischen Mozart und Benny Goodman. 2005 schrieb Annette Maye ihre Diplomarbeit über den heute 68-jährigen italienischen Klarinettisten Gianluigi Trovesi. Daraus ergab sich eine fruchtbare Zusammenarbeit. Seit 2010 ist Trovesi mit "FisFüz" auf Tour. Die gemeinsame CD mit dem Titel "Papillons" ist vor Kurzem erschienen. Und der Name ist Programm: Die Musik von "FisFüz" und Trovesi erinnert tatsächlich an die Leichtigkeit eines Schmetterlings.

Die "FisFüz"-Mitglieder müssen sich mit Trovesi auf Französisch unterhalten, weil er nur schlecht englisch und sie kein Italienisch sprechen. Die sprachliche Kommunikation mag schwierig sein, die musikalische Verständigung auf der Bühne funktioniert dafür perfekt.

Man muss Superlative bemühen, um das Haberkasten-Gastspiel angemessen zu beschreiben. Obwohl nur vier Musiker vor Ort sind, vermitteln "FisFüz" den Eindruck, dass da ein ganzes Orchester spielt - so dicht, so schnell, so kraftvoll kommen die Töne. Gesungen wird nicht - und doch fehlt nichts. Man genießt den intelligenten Zauber des durch und durch lebendigen Konzerts - und vergisst, dass man im Mühldorfer Haberkasten sitzt. Es hätte auch die New Yorker Carnegie-Hall sein können.

Nach viel Applaus und zwei Zugaben war leider Schluss. FisFüz und Trovesi hätten auch zehn Zugaben spielen können, niemand hätte den Saal verlassen. Dieser Auftritt wird den Besuchern lange im Gedächtnis bleiben.

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