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Diego Maradona ist tot - Verband bestätigt: Fußball-Ikone mit 60 Jahren verstorben

Weltmeister von 1986 verstorben

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PORTRÄT DER WOCHE

Der Figurenmacher

Bis zu ein Jahr sägt, feilt und schleiftSimon Spagl in seiner kleinen Werkstatt im Innenhof der ehemaligen Mühldorfer Turmbrauerei in seiner Freizeit an eine lebensgroße Tiki-Figur hin. ha
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Bis zu ein Jahr sägt, feilt und schleiftSimon Spagl in seiner kleinen Werkstatt im Innenhof der ehemaligen Mühldorfer Turmbrauerei in seiner Freizeit an eine lebensgroße Tiki-Figur hin. ha

Mühldorf. – Vielleicht sind es ja die Gene des Urgroßvaters, die Simon Spagl antreiben.

Die seine Hände führen, wenn sich die Motorsäge in den Holzblock frisst. Die die Finger leiten, wenn sie seinen Figuren den letzten Schliff verpassen. Als Schiffszimmerer stand Urgroßvater Spagl einst in Lohn und Brot, von ihm könnte also die Leidenschaft für das Handwerk kommen. Und das Interesse für die Kunst? „Vielleicht vom Großvater, der Professor an der Universität der Bildenden Künste in Berlin war.“

Beste Voraussetzungen also. Und doch ist Simon Spagl weit davon entfernt, sein Hobby zum Beruf zu machen. „Vielleicht müsste ich es einfach wagen, vielleicht mich einfach besser vermarkten. Aber vielleicht würde mir dann einfach auch der Spaß verloren gehen.“ Gene hin, Gene her: Der Spaß treibt ihn an, in seiner Freizeit Tiki-Figuren zu schnitzen. Und der Wunsch mit den Händen etwas bleibendes zu schaffen.

Schnitzerein mit Äpfeln und Karotten

Schon als kleiner Bub schnitzte Simon Spagl lieber Figuren in Äpfel und Karotten statt sie einfach in den Salat zu schneiden. „Das mache ich heute noch, wenn mich eine Idee packt und gerade kein kleines Holz für ein Modell da ist. Und wenn nichts draus wird, greife ich wenigstens ein paar Vitamine ab.“

Die Kinderschnitzereien und das handwerkliche Talent verlangten nach einer soliden Ausbildung. In München absolvierte Simon Spagl seine Schreinerlehre. Mit dem Gesellenbrief in der Tasche ging er auf Jobsuche. Wurde fündig auf einer Werft in Hamburg und zog zwei Monate lang als Wanderarbeiter durch Irland. Ein Besuch bei der Tante in Neuseeland öffnete ihm dann vor zehn Jahren die Augen für polynesische Kunst. Seitdem lassen ihn die Tiki-Formen und -Figuren nicht mehr los. „Es ist, als hätte sich eine verschlossene Tür geöffnet, ein Ventil für meine Kreativität“, der er seitdem in der kleinen Werkstatt im Hof der alten Mühldorfer Turmbrauerei mit Säge, Feile und Schleifpapier freien Lauf lässt. Die Ergebnisse stellt der 37-Jährige unter dem Künstlernamen „Rioturban“ in seiner kleinen Galerie in der Bräugasse aus.

Tiki in allen Farben und Formen

Zu sehen ist Tiki in allen Facetten: mal traditionell, mal poppig, mal schlicht, mal knallbunt. Vom einfachen Schlüsselanhänger bis zur lebensgroßen Holzfigur. Längst probiert sich Simon Spagl auch auf anderen Feldern aus. Wenn es im Winter in der ehemaligen Lkw-Garage der Turmbrauerei zu kalt zum Schleifen und zum Schnitzen ist, malt er lieber daheim im Münchner Wohnzimmer mit Acryl auf Leinwand. Zuletzt entstanden im Auftrag für eine Bar Spagl-Porzellanbecher in Tiki-Optik.

Dabei steht für den Münchner mit den Mühldorfer Wurzeln der Aufwand selten in einem sinnvollen Verhältnis zum Ertrag: „Den Stundenlohn darf ich mir nicht ausrechnen. Aber darum geht es ja auch nicht.“ Noch nicht. Denn sein Geld verdient Simon Spagl mit Schreinerarbeiten. Trotzdem würde er seiner Kunst gerne mehr Raum geben. Und weiterexperimentieren in Sachen Tiki. „Die Grenzen existieren nur im Kopf. Man muss sich nur trauen.“

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