Fenster in die Vergangenheit

In seinen Bildern aus Nitchidorf spürt Fotograf Frank Stürmer der Vergangenheit nach. Foto Stürmer
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In seinen Bildern aus Nitchidorf spürt Fotograf Frank Stürmer der Vergangenheit nach. Foto Stürmer

Frank Stürmer fängt in seinen Fotografien und Videos Situationen des Alltäglichen ein, die auf den ersten Blick ebenso unspektakulär wie scheinbar bedeutungslos wirken. Doch in Stürmers Arbeiten ist es weniger das Motiv, als der eigentümlich gestimmte Moment, der die Aufmerksamkeit des Betrachters bannt.

Im Zentrum der Waldkraiburger Ausstellung, die am Donnerstag, 26. September, um 19 Uhr eröffnet wird und bis 3. November im Haus der Kultur zu sehen ist, steht eine neue, dokumentarisch anmutende Fotoarbeit über Nitchidorf in Rumänien, dem früheren Nitzkydorf, Banater Heimatort der Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller. Dort spürt Frank Stürmer der alten Tradition nach, den Häusern die Namen ihrer deutschen, rumänischen oder ungarischen Besitzer zu geben. Sie wurden an der Giebelwand angebracht und sind in der Regel noch heute gut lesbar.

Dieser Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass die Fotografien um die Mittagszeit entstanden sind, in der kein Mensch auf den Straßen unterwegs ist. Umso stärker sind die ehemaligen Bewohner in ihren Namenszügen präsent und es berührt, diese zu lesen. Frank Stürmer öffnet mit seinen Häuserfotografien nicht nur ein Fenster in die Vergangenheit des Ortes, sondern macht diese als untrennbaren Bestandteil seiner Gegenwart sichtbar.

Darüber hinaus bewegt sich die Ausstellung, die weitere Fotografien sowie zwei Videoarbeiten mit einschließt, diesmal auch jenseits der angestammten Ausstellungsräume. An unüblichen Stellen im Haus der Kultur verteilt, gilt es, diese Arbeiten des Künstlers zu erkunden.

Der Künstler ist am Eröffnungsabend persönlich anwesend und signiert seinen neuen Katalog, der anlässlich der Waldkraiburger Ausstellung erscheint. Als Begleitprogramm zur Ausstellung wird neben einer Abendführung am Mittwoch, 9. Oktober, um 18 Uhr durch die Galerieleiterin Elke Keiper noch ein Vortrag von Dr. Ulrike Kregel zum Thema "Bild und Gedächtnis" am Mittwoch, 16. Oktober um 19 Uhr angeboten.

Die Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr. re

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