Fast neben Botticelli

Wenn der Papst zuhört: Altlandrat Erich Rambold erläutert Johannes Paul und Kardinal Friedrich Wetter (links) ein Bild Prähofers.
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Wenn der Papst zuhört: Altlandrat Erich Rambold erläutert Johannes Paul und Kardinal Friedrich Wetter (links) ein Bild Prähofers.

Persönlich können wir leider nicht mehr gratulieren, dafür erinnern wir uns liebevoll an den 100.

Geburtstag von Hans Prähofer. Meine Frau und ich schätzen uns glücklich, dass wir ihm und seiner Familie lange Jahre freundschaftlich verbunden waren. Mit seiner Witwe Lisa und der Tochter Gerhild pflegen wir die Freundschaft bis heute.

Hans Prähofer war durch sein Zeichnen, Malen und Schreiben ein überragender Zeitzeuge für das Leben in unserer Stadt und der ganzen Region. In meiner Amtszeit als Landrat war es mir stets ein Anliegen, dass die Erinnerung an sein Werk nicht untergeht.

Eine besondere Freude war es deshalb für Mühldorfs Bürgermeister Josef Federer und mich, dass auf unsere Anregung hin, Mühldorfs architektonisch schönstes Schulhaus an der Luitpoldallee nunmehr den Namen „Hans Prähofer Haus“ trägt. Dazu passt, dass die Sparkasse Mühldorf das Prähofer-Haus mit vielen Reproduktionen seiner Gemälde ausgestattet hat.

Unsere Jugend wird in allen Schulhäusern des Landkreises durch große Wandgemälde an Hans Prähofer erinnert, genauso wie die Patienten und Besucher des Krankenhauses durch die Gestaltung des Treppenhauses mit einem stilisierten Lebensbaum und der Krönung mit der Prähofer Sonne an der Decke, die er wie einst Michelangelo in der Sixtina als alter Mann im Liegen gemalt hat.

Ein Höhepunkt des Schaffens von Hans Prähofer ist bei der Seligsprechung von Pater Kaspar Stangassinger im Jahr 1988 in Rom erreicht worden. Als Mitglied im Gefolge von Kardinal Friedrich Wetter durfte ich dem damaligen Papst Johannes Paul II. ein Prähofer-Gemälde von der Klosterkirche in Gars übergeben. Geduldig hat der Heilige Vater die Erklärung über das Kloster und den Künstler angehört. Wenn das Bild von Prähofer auch nicht in den Vatikanischen Museen neben den Gemälden von Botticelli und Raffael hängt, es ist im Vatikan. Höher geht es nicht. Der Hans hat sich himmlisch gefreut.

Rambold

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