Energie aus Himbeeren und Licht

Teresa Paschke und Sonja Kumpfmüllervon der Mittelschule Buchbach hatten den Stromverbrauch in Buchbach untersucht.

Am Montagvormittag gehörte der Große Sitzungssaal des Landratsamtes den Schülern. Insgesamt sechs Schulen des Landkreises setzten sich im Rahmen der Geschichtstage im Landkreis Mühldorf auf ganz unterschiedliche Art und Weise mit dem Thema Energie auseinander.

Mühldorf – Die Ergebnisse präsentierten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines sogenannten „Science-Slams“ (siehe „Stichwort“) einer dreiköpfigen Jury, der neben Geschichtstage-Koordinatorin Professor Waltraud Schreiber noch die ehemaligen Schulamtsdirektoren Heinz Heimerl und Franz Holzner angehörten. Das Publikum durfte im Anschluss jeden Beitrag bewerten und Fragen stellen.

Den Anfang machte die dritte Klasse der Grundschule Mößling mit ihrem Theaterstück „Ein Tag mit Tina“. Waschmaschine, Haarfön, Kühlschrank, Fernseher – der Alltag von Tina wäre ohne Elektrogeräte, die das Leben erleichtern, nicht mehr vorstellbar. Im Rahmen von Feldversuchen zu Hause untersuchten die Schüler ihren eigenen Stromverbrauch und suchten nach Einsparpotenzialen.

Kein elektrisches Bügeleisen, keine elektrische Waschmaschine oder Kaffeemaschine – wie funktionierte früher das Leben ohne sie? Dieser Frage ging die Grundschule Buchbach auf den Grund. Die Antworten fanden sie mit Hilfe von Zeitzeugenbefragungen und präsentierten diese auf großen Stellwänden und in einem professionell gestalteten Dokumentarfilm.

Zwei Schülerinnen der neunten Klasse der Buchbacher Mittelschule nahmen sich als Thema die Geschichte der Energieversorgung der Gemeinde Buchbach sowie die Entwicklung des Stromverbrauchs dort vor. Im Vergleich zu den 1960er-Jahren ist dieser heute fünfmal so hoch, obwohl die Elektrogeräte immer sparsamer werden. Die abschließende Frage, was erst passiere, wenn Elektroautos in großer Zahl am Stromnetz hängen, lädt durchaus zu kritischer Reflexion ein.

Geothermie als neue vielversprechende Energiequelle der Zukunft? Die fünfte Klasse der Mittelschule an der Dieselstraße wollte es genauer wissen und besuchte daher die Geothermieanlage in Waldkraiburg – ein gelungenes Beispiel, wie Lernorte außerhalb der Schule in den Unterricht integriert werden können. Ihre Eindrücke stellten sie in einer anschaulichen Powerpoint-Präsentation vor.

Live ins Schülerlabor entführte die elfte Klasse des Gymnasiums Gars die Zuhörerschaft. Auf sehr unterhaltsame Art und Weise demonstrierten sie den Bau einer neuen Art Solarzelle: Aus dem Farbstoff der Himbeeren und Licht entsteht Energie. Der eine oder andere Witz lockerte die wissenschaftlich sehr fundierten Ausführungen auf und die mitgebrachten Himbeerbonbons fanden reißenden Absatz.

Den Abschluss bildete der Beitrag der neunten Klasse des Gymnasiums Waldkraiburg. Im Rahmen eines Theaterstücks „Schmiddi wills wissen“ sowie selbstgedrehten Animationsvideos befassten sich die Schüler mit den wichtigsten Stromquellen Kohle, Kernenergie und regenerative Energien und setzten sich in diesem Zusammenhang kritisch mit dem Klimawandel auseinander. Quintessenz: Das Thema Energie betrifft uns alle, es ist es wert, sich intensiv damit auseinanderzusetzen.

„Slammen heißt, einen komplizierten Sachverhalt einfach und verständlich erklären – das kann man erst, wenn man das Thema wirklich verstanden hat. Diese Kunst ist heute allen teilnehmenden Schülern sehr gut gelungen“, resümierte Waldtraud Schreiber. „Geschichte ist dann interessant, wenn sie konkret ist. Wir hoffen, dass sich bei den nächsten Geschichtstagen in drei Jahren noch mehr Schulen beteiligen werden.“

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