Drei Künstler, drei Auftritte

Phil Höcketstaller, Kopf der Gruppe „Hundling“, trat als dritter Liedermacher auf. Fischer

Waldkraiburg – Drei grundverschiedene Liedermacher standen im Haus der Kultur in Waldkraiburg auf der Bühne: Josef Hien, Helga Brenninger und Phil Höcketstaller.

Es wurde ein abwechslungsreicher Abend, der mit Josef Hien begann.

Musiker Konstantin Wecker wusste schon, was er tat, als er Josef Hien einst einen Vertrag anbot. „Und was blieb mir anderes übrig, als weiter Lieder zu schreiben?“, bemerkte Hien. Dadurch war eine große Veränderung in seinem Leben angestoßen worden, was sich in seinem Lied „Schwarzes Gefieder“ widerspiegelt, in dem er das Musikmanagement kritisiert: „Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus!“

Hien sagt, seine Lieder kämen auf ihn zu: zunächst der Text, die Musik komme dann hinterher. Ob im „Lied für die Liebe“ mit dem Re frain „Ich werde nie ein Elitepartner sein“ oder als Hien das gewaltbetonte Vokabular mancher Parteien kritisiert: er ist nie beleidigend. Seine Baritonstimme, seine unaufgesetzte Bescheidenheit, sein hintergründiger Humor und die klare Meinung in gesellschaftspolitischen Fragen machten seinen Vortrag für Zuhörer zum Genuss.

Bei dem folgenden Auftritt von Liedermacherin Helga Brenninger wurden wirkungsvollen Ohrwürmer vorgetragen. Kraftvoll, rhythmisch und urbairisch animiert sie das Publikum mit „D`Sun scheint schee“ zum Mitsingen. Die Interpretin singt in ihrem Slowfox-Rhythmus über Mutter Erde: „I bin`s, die Welt und scho Millionen Jahr da, schaust auf mich, hast as noch vui länger guad“. Über ihr Bekenntnis als lebensfrohes Kind der Berge im Song vom „Oidn Haus mit seinen Rissen und Narben“ wird sie mit dem Blues zur Rockröhre. Beim „Gipfelbrennen“ imponiert sie mit ihrer Stimme und schwimmt in der Zugabe „weit, weit hinaus und nix hält mi auf“.

Abschließend trat Phil Höcketstaller auf, der Kopf der Gruppe „Hundling“. Von gescheiterten Träumen singt er in „Alles Chicago“. Seine Geschichten, die von Untergiesing bis hinaus in die Welt reichen, setzt er fort mit dem Lied von der „Kloana Sach“. Dort prangert er die Leistungsgesellschaft an, denn „de größte Freud macht oft a Kleinigkeit“. In seinem neuen Lied, dem „Wischkastl-Blues“, kritisiert er den Handy-Wahn von Jung und Alt und heizt die Stimmung weiter an mit dem „Hirschgarten-Hansl“. „Es gibt keine musikfreie Zone“, sagt Phil Höcketstaller unter dem Applaus der Besucher und endet mit dem Refrain: „I sing, weil i so gern sing“.Das passt.

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