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Hoher „Inzi Dance Wert“ beim Musiksommer in Tüßling

„Dicht & Ergreifend“ gegen Söder, AfD und Co: Hygiene-Festspiele mit erhobenem Stinkefinger

Energiegeladen: George Urkwell (Michael Huber, links) und Lef Dutti (Fabian Frischmann).
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Energiegeladen: George Urkwell (Michael Huber, links) und Lef Dutti (Fabian Frischmann).
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Mundart-Rapper nehmen kein Blatt vor den Mund und verhalten sich im Schlosspark zu Tüßling manchmal grenzwertig. Die vor allem jungen Besucher verhielten sich diszipliniert. Und die Corona-Maßnahmen wurden eingehalten – der „Inzi Dance Wert“ jedoch sprengte den Bildschirm.

Mühldorf – Sie rappen in wahnsinniger Geschwindigkeit, so wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, nämlich in bayerischer Mundart. Sie provozieren mit ihren politischen Statements – und sie treffen damit genau den Nerv der jungen Generation, wie man am Sonntag beim Konzert im Schlossgarten zu Tüßling gesehen hat.

Johlende 1000 Besucher hüpfen mit

„Dicht & Ergreifend“, das hatte der Konzertveranstalter schon im Vorfeld angekündigt, wird die Nagelprobe dafür, ob das Hygienekonzept greifen würde. Und es hat gegriffen. Die johlenden 1000 Zuhörer hüften zwar mit, genossen ein Konzert in Festivalatmosphäre, hielten sich dabei aber brav an die Regeln. Die Security musste kaum eingreifen.

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Das Thema Corona ist allgegenwärtig

Corona war aber nicht nur wegen der strengen Auflagen ein Thema. Auf ihrer „Inzi-Dance-Tour“, ihren Hygiene-Festspielen, war das Virus allgegenwärtig. „Uno-Bruno“ – eine Frau im Affenkostüm mit Uno-Blauhelm und Tarnanzug, animierte die gut gelaunten Zuhörer immer wieder zum Tanz, einer Mischung zwischen „Jerusalema“, „Ketchup Song“ und „Gangnam Style“, bis die Tanzinzidenz von 9999 endlich den Monitor symbolisch in die Luft jagte.

Dauerregen? Den Künstlern war das egal, den Zuhörern ebenso

Die Hip-Hopper George Urkwell (Michael Huber) und Lef Dutti (Fabian Frischmann) taten dafür alles, hatten trotz Dauerregens keine Mühe die Massen, die eingehüllt waren in roten, gelben und transparenten Regenponchos, zu mobilisieren. Und das trotz Hangovers, wie George Urkwell, stets mit Bierflasche in der Hand, fast gebetsmühlenartig wiederholte.

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Energiegeladen hopst Lef Dutti zwei Stunden lang über die Bühne

Der Performance schadete der vermeintliche Restalkohol im Blut keineswegs. Energiegeladen hopste sein Co. Lef Dutti zwei Stunden auf der Bühne rum, unten vor der Bühne taten es ihnen die Menschen gleich. Immer wieder sozialkritische Texte, wie man sie von den „Dichtis“ kennt. Fast inflationär geht der Stinkefinger hoch: Erst bei Söder, dann bei der AfD und schließlich als Statement zur Stationierung amerikanischer Soldaten in Ramstein.

Nicht so blöd wie Nena – aber sie mischen sich dennoch unter das Volk

Sie sind Pazifisten, hassen Rassismus, sexuelle Übergriffe in der Kirche sowieso – und die Einschränkungen wegen Corona. Zwar sind sie „nicht so blöd wie Nena“, so Urkwell, dass sie die Leute nach vorne bitten. Die Rapper suchen stattdessen das Bad in der Menge, bieten kostenlose „Hugs“ an, laden sogar zum Schmusen nach dem Konzert am Merchandising-Stand ein. Manchmal ist das grenzwertig, zumal die Künstler froh sein dürften, überhaupt vor so vielen Menschen auftreten zu dürfen. Etwas mehr Demut wäre deswegen an manchen Stellen angebracht gewesen.

Publikum gut gelaunt und äußerst textsicher

Und trotzdem: Das überwiegend junge Publikum, bei vielen das erste Konzerterlebnis seit Langem, dankte den exzellenten Musikern um DJ Spliff (Markus Hinkelmann), Trompeter Lothar Bayschlag und der energiegeladenen Tubistin Jutta Keeß textsicher mit lautstarkem Gesang, grölte bei „Bierfahrerbeifahrer ebenso mit wie bei „Grias de God scheene Gegn‘d“. Damit war bereits zu diesem Zeitpunkt klar: Am nächsten Tag würde nicht nur Frontmann Urkwell mit einem Hangover aufwachen!

Veranstalter zufrieden: Für alle Konzerte knapp 8000 Karten verkauft

Der Konzertveranstalter Cofo zog nach diesem dritten Konzert der Eventreihe „Back2live“ eine positive Bilanz. Für alle Konzerte sind aktuell bereits über 8000 Tickets verkauft. Weiter geht es im Programm am Donnerstag, 5. August, mit dem belgischen Top-Sänger Milow und am Samstag, 7. August mit Rea Garvey.

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