Brutalste bayerische Rockmusik

Stefan Dettl begeisterte mit seinen Musikern beim Benefizkonzert in Attel. Foto Wagner
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Stefan Dettl begeisterte mit seinen Musikern beim Benefizkonzert in Attel. Foto Wagner

Es war wohl die größte Party, die Attel jemals erlebt hat: Stefan Dettl und LaBrass- Banda spielten auf. Was das bedeutet, weiß jeder, der schon einmal auf einem schweißtreibenden Konzert der Oberbayern war: zwei Stunden feiern, tanzen und singen zu "brutalster bayerischer Rockmusik". Genau so war es im Atteler Festzelt: Eine Mischung aus Rockkonzert, Alpen-Jazz-Techno und typischem Brass-Soul der "Bandas". Der Erlös des Konzerts kommt der Stiftung Attl zugute.

Für gute Stimmung hatte bereits die Vorband gesorgt, das ABM-Orchester der Stiftung Attl. Erstaunlich viele Familien waren zu sehen, manche Kinder mit rotem Banderl ums Handgelenk - fürs "Backstage". "Fett" sagt da der Elfjährige, als ihm seine Mutter erklärt, wo er überall hindarf. Und schon zieht Stefan Dettl, musikalischer Kopf von LaBrassBanda ins Festzelt ein, traditionellerweise mit dem Bulldog. Der passt zwar nicht mit auf die Bühne, aber ein Hingucker ist das allemal.

"Wann mir umasonst spuin dann mechtn mir a Party" ruft Dettl seinem Publikum zu. Der gebürtige Überseer, der für eine Portion Radi auch die Schirmherrschaft für das diesjährige Atteler Herbstfest übernommen hatte, muss die 2200 Besucher anfangs schon ein wenig animieren, richtig Gas zu geben. "So a bisserl mit dem Arsch wackeln reicht ned!" spottet der energiegeladene Musiker. "I mecht, dass de Girlandn obafoin". Die Dekoration blieb natürlich bis zum Ende hängen, aber die Party gab es dann doch noch.

Die sieben Musiker, zusammengesetzt aus der Erfolgsband LaBrassBanda und der Solo-Band von Stefan Dettl, wie immer in Lederhosen und T-Shirt, boten das Beste von ihren jeweiligen Programmen - und von Anfang an in teils atemberaubender Geschwindigkeit. "Mir machen den brutalsten Techno, den' s grad gibt" lautete die Botschaft. Schlagzeug, Bass und vor allem der Frontmann machten das möglich. Da sah die Blasmusik mit Trompeten und Posaune recht schnell ein bisserl blass dagegen aus.

So lichteten sich auch nach der ersten Stunde bereits die vorderen Reihen, verschwitzt und ausgepowert ging es erst mal an die frische Luft. Dafür bewies das Publikum Textsicherheit, vor allem bei den Erfolgshits "Nackert" und "Autobahn" . Auch bei den souligeren Stücken ging das Publikum voll mit. Doch gerade da fehlte Andreas Hofmeir mit seiner Tuba - zwar entschuldigt, schließlich haben alle gerade eigentlich Urlaub, aber trotzdem war es schade. Unbestrittener Höhepunkt des Abends war dann, als LaBrassBanda und das ABM-Orchester gemeinsam auf der Bühne spielten.

Seit ihrem Anfangserfolg ist die Musik der Erfolgsmusiker aus dem Chiemgau breitentauglicher geworden, rockiger und auch ein bisschen gefälliger. Geblieben ist ihnen aber die Mischung aus grundsolider Heimatverbundenheit und Rock'n'Roll auf hohem Niveau.

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