Die Anfänge der Oper im Ahnensaal

Chor und Orchestertrugen alle drei Akte von Purcells Oper an einer Seite des Ahnensaales vor.Jaensch

Zangberg – Henry Purcells Oper „Dido und Aeneas“ gehört zu den ältesten dieser Musikwerke im englischsprachigen Raum.

Sie enthält aber schon alles, was man von einer Oper erwartet: Purcell vertonte in seiner – übrigens einzigen – Oper die dramatischen Ereignisse, die der trojanische Held Aeneas auf seiner Flucht in Karthago erlebte. Er setzt dazu ein Gesangs-und Ballettensemble ein, sein Orchester bilden Flöten, Geigen, Cembalo, Barockgitarre, Percussion und Kontrabass.

Dies alles zauberte Chorleiterin Sigrid Weigl mit ihrem Frauenchor „La Gioia“, mit dem Musikensemble „Da chiesa e camera“ und dem Waldkraiburger Ballett „Company Katalu“ in den ehrwürdigen Ahnensaal des Klosters in Zangberg.

Das Geschehen spielte sich auf einer schlichten Bühne an der Stirnseite des Saales ab. Das Mystische der Handlung unterstrichen die Farben Rot und Schwarz, die bei den Vortragenden vorherrschten.

Mystisch gespielt, spannend erzählt

Mystisch die gesamte Musik, die getragenen Erzählungen nach der Ouvertüre dienten dem Verständnis und schufen Spannung. Diese Spannung hielten Chor und Orchester durch alle drei Akte aufrecht.

Purcell setzte dazu die Solistinnen Dido (Königin von Karthago), ihre Freundin Belinda, eine Zauberin und Hexen mit ein. Die Soprane Anna Mühlbauer und Martina Schifferer zeigten dabei in verschiedenen Rollen – ob als Hexe, Zauberer, Dido und Belinda – die vielseitigen Möglichkeiten, ihre Stimme einzusetzen.

Die Männerrollen als Sprecher, Aeneas oder und Ma trose erfüllten die Tenöre Sebastian Dietl und Valentin Schima mit Bravour. Besonders beeindruckend: Mit seinem Countertenor bewies Schima, dass sein Stimmumfang weit über das übliche Können hinausgeht.

Der Frauenchor füllte das an sich starre Bühnenbild mit Leben, was im Zuschauerraum die vorgetragenen Gefühle der Arien und Duette wesentlich verstärkte. Das Geheimnisvolle, die Liebe, den Hass, das Feuer, die Leidenschaft – alles unterstrichen die fast 30 Damen mit ihren Gesängen, dargeboten in nahezu perfekter Intonation.

Geheimnisgeladen auch die Tänze des Balletts Katalu, wenn sie seitlich der Bühne oder gar aus dem Zuschauerraum heraus vor der Bühne als Triumphierende, als Furien oder als Hexen tanzten, sprangen oder ihre Figuren drehten.

Das Publikum war gefesselt, von Beginn an bis zum letzten Ton, verfolgte die gesamte Oper gespannt und mitfühlend. Den Künstlern dankten sie dafür zuletzt mit sehr lange anhaltendem Applaus.

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