Altmühldorf: Star-Gast Florian Sonnleitner im Dauereinsatz

Verzauberten das Publikum: Der Violonist Florian Sonnleitner, die Sopranistin Jutta Bazelt und die Cellistin Birgit Saßmannshaus
+
Verzauberten das Publikum: Der Violonist Florian Sonnleitner, die Sopranistin Jutta Bazelt und die Cellistin Birgit Saßmannshaus

Das Ensemble, bestehend aus Eva Barbarino, Jutta Bazelt, Birgit Saßmannshaus, Florian Sonnleitner, mit einem Cembalo aus Altenmarkt, einer Truhenorgel aus Nussdorf, einer Violine, einem Violoncello und den Stimmbändern einer Sopranistin präsentierten dem Publikum Stücke von Bach, Biber, Händel, Telemann und Vilsmayr.

Altmühldorf – In der Apsis von St. Laurentius in Altmühldorf veranstaltete der Förderverein Katharinenkirche ein Benefizkonzert, dessen Reinerlös der Restaurierung der kleinen Orgel von St. Katharina zugedacht ist.

Barock als Seelenmassage

Vierfacher, eineinhalbstündiger Barock als Seelenmassage. Drei Damen – wie in Mozarts „Zauberflöte“ – zeigten ihr Können: Barbarino, die über die Tasten zweier Instrumente flog, stets hoch konzentriert, nie routiniert, alles transparent. Bazelt, deren Gesang einprägsam war und die Botschaft – Telemanns christliches Taufbekenntnis ebenso wie Händels drei verspielte Deutsche Arien mit „Süße Stille, sanfte Quelle“ im Zentrum – eindringlich in das Kirchenschiff schickte. Dazu Cellistin Saßmannshaus, die Stütze bei den Bassi Continui, aufmerksam und nobel zurückgenommen. Dann die Entdeckung: Johann Joseph Vilsmayr lebte von 1663 bis 1722. Geburtsort unbekannt, Wirkungs- und Sterbeort Salzburg, er war wohl Schüler von Kapellmeister Heinrich Ignaz Franz Biber, mit bis dato nur einem einzigen Werk bekannt geworden, das ihn autorisiert. Aus dem sechsteiligen „Artificiosus Concentus pro Camera“, entstanden 1715, spielte Sonnleitner – als Star-Gast im steten Dauereinsatz – hingebungsvoll, unbeirrbar, klangschön die letzte Partita in g-Moll. Alles war still. Nur die schweigende Aura des Virtuosen aus München, seit gut zwei Jahrzehnten mit Eva Barbarino kammermusikalisch verbandelt und in der Kultur-Region Inn-Salzach eine feste Größe.

Nimmt eine lange Karriere ihr Ende?

Ob es hier wirklich der letzte Auftritt war? Wäre schon schade. So starke Professionalität, so hohe Finesse des Geigenspiels – Sonnleitner sei, so Georg Waldinger, auf Abschieds-Tour. Eine lange Erfolgs-Karriere – allein als Erster Konzertmeister der Münchner Philharmoniker – geht sie nun wirklich zu Ende?

Das Ende des Konzerts in St. Laurentius war gefüllt von verhaltener Ruhe. Rückzug. Keine Zugabe. Hinaus. In der Hoffnung, dass der Förderverein ein gutes Stück weitergekommen ist in der Restaurierungs-Absicht der nach eigenem Bekunden hochwertigen Orgel der Mühldorfer Vorstadtkirche.

Kommentare