Von Kuckucksblumen und Orchideen: Landschaftspflegeverband Mühldorf kämpft für Artenvielfalt

Wenn ab Mai der Kuckuck vom Waldrand ruft, erblühen die Kuckucks-Lichtnelken und färben die Streuwiesen rosa.

Sobald im Jahr der Kuckuck vom Waldrand ruft, blüht in den feuchten Flussniederungen und grundwassernahen Wiesen im Landkreis Mühldorf die Kuckucks-Lichtnelke. Auch viele andere Blütenpflanzen mit zum Teil sehr spannenden Namen – wie Teufelsabbiss, Schlangenknöterich oder Großer Wiesenknopf – gedeihen hier auf den bodenfeuchten und nassen Standorten.

Mühldrorf– Mit dem richtigen Mahd-Pflegekonzept erhält und fördert der Landschaftspflegeverband Mühldorf die Artenvielfalt der Feucht- und Nasswiesen im Landkreis Mühldorf.

Sobald im Jahr der Kuckuck vom Waldrand ruft, blüht in den feuchten Flussniederungen und grundwassernahen Wiesen im Landkreis Mühldorf die Kuckucks-Lichtnelke. Auch viele andere Blütenpflanzen mit zum Teil sehr spannenden Namen – wie Teufelsabbiss, Schlangenknöterich oder Großer Wiesenknopf – gedeihen hier auf den bodenfeuchten und nassen Standorten.

Namen beziehen sich aufs Erscheinungsbild

Sie erhielten ihre Namen aufgrund ihres Erscheinungsbildes ihrer Wurzeln oder Blütenstände. Gleiches gilt für das Wiesenschaumkraut, welches im April die sogenannten Streuwiesen mit seinen weiß-hellrosafarbenen Blüten wie mit einer Schaumkrone überzieht.

Der Name „Streuwiese“ rührt von der traditionellen Nutzung dieser blütenreichen Nass- und Feuchtwiesen her. Sie wurden früher einmal im Jahr im Herbst gemäht. Das Mähgut diente als Pferdefutter, vor allem aber nutzte man es als Einstreu in den Viehställen“, sagt Elisabeth Knapp, LPV-Geschäftsführerin.

Durch die extensive Nutzung gedeihen auf den meist nährstoffarmen, wassergeprägten Böden artenreiche Wiesen mit vielen Blütenpflanzen. In manchen Feuchtwiesen findet man auf einem 10 bis 20 Quadratmeter großen Bereich 40 bis 50 verschiedene Pflanzenarten.

„Auch Orchideen wie das Breitblättrige Knabenkraut kommen hier vor. Von dem über das ganze Jahr verteilten Blütenangebot profitieren wiederum zahlreiche Schmetterlinge und andere Insekten. Einige davon, wie der Dunkle Wiesenknopfameisenbläuling, pflegen ganz enge Beziehungen zu bestimmten Blumenarten“, erläutert Knapp.

Mahdregime für Feuchtwiesen

Sobald sich die Nutzungsintensität der Wiesen ändert, ändert sich auch ihre Artzusammensetzung. Durch eine Nutzungsintensivierung durch Trockenlegung oder Düngung, aber auch aufgrund von Nutzungsaufgabe und fehlende Mahd, breiten sich zunehmend Hochstauden aus. Gilbweiderich, Rohrglanzgras, Schilf sowie Nährstoffzeiger wie Brennnessel und oftmals Neophyten wie das Indische Springkraut verdrängen rasch die Wiesenblumen. Gleichzeitig nimmt die Artenvielfalt stark ab, und niederwüchsige Pflanzen wie das im Landkreis ohnehin seltene Knabenkraut verschwinden.

Wertvolle Feuchtflächen

„Um die artenreichen Feuchtwiesen mit ihrem reicheren Blühhorizont zu erhalten oder wiederherzustellen, ist oftmals eine Auslagerung der Fläche notwendig. Der Landschaftspflegeverband (LPV) Mühldorf entwickelt dazu für die wertvollen Feuchtflächen im Landkreis angepasste Mahdregime“, stellt die Geschäftsführerin heraus.

Neophyten müssen eingedämmt werden

Durch eine abgestimmte frühe Mahd der sich ausbreitenden Schilf- und Neophytenbestände können dem Boden viele Nährstoffe entzogen und gleichzeitig die Ausbreitung von Neophyten eingedämmt werden. Gleichzeitig wird darauf geachtet, dass die ebenfalls wertvollen, reinen Schilfbestände erhalten bleiben. Ein abgestimmtes Pflegekonzept ermöglicht die Entwicklung eines kleinräumigen Mosaiks unterschiedlicher Feuchtlebensräume nebeneinander. Durch die dadurch erreichte Strukturvielfalt auf engem Raum kann der Artenreichtum erhalten und gefördert werden. „So sorgt der LPV dafür, dass auch in den kommenden Jahren mit dem Ruf des Kuckucks im Landkreis Mühldorf die Kuckucks-Lichtnelken erblühen werden“ freut sich Knapp.

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