Kritische Stimmen zum Bebauungsplan

Heldenstein – Mit der ersten Änderung des Bebauungsplan Küham-Nord beschäftigte sich der Gemeinderat Heldenstein in seiner jüngsten Sitzung.

Dazu setzte er sich mit den Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange auseinander – nicht alle waren positiver Art.

Der Bund Naturschutz sprach sich nämlich gegen das Gewerbegebiet aus, da seiner Ansicht nach durch die Ansiedlung eine landschaftlich sinnvolle Grenze entlang des Siedlungsbereichs überschritten werde, wie es in der Stellungnahme heißt. Diesem Einwand konnte der Gemeinderat nicht folgen, zumal schon seit dem Jahr 2000 Baurecht bestehe und es sich lediglich um die erste Änderung des Satzungsbeschlusses handle. Der Forderung nach einer Überprüfung der Vogelfauna wird entsprochen, man will im Frühjahr 2020 eine Übersichtsbegehung zur Untersuchung des Brutvorkommens von Feldbrütern durchführen.

Einbindung insLandschaftsbild

Der Empfehlung der Regierung von Oberbayern, auf die schonende Einbindung in das Orts- und Landschaftsbild und auf die Sickerfähigkeit besiedelter Flächen zu achten, will der Gemeinderat entsprechen.

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege möchte die Planentwürfe damit ergänzen, dass für Bodeneingriffe jeglicher Art im Geltungsbereich des gesamten Bebauungsplans eine denkmalrechtliche Erlaubnis notwendig ist.

Die Telekom wies darauf hin, dass die Telekommunikationslinien entlang der Durchgangsstraße im Plangebiet weder verändert noch beschädigt werden dürfen. Das Eisenbahn-Bundesamt fordert, das schalltechnische Gutachten zu aktualisieren.

Der Fachbereich Kommunaler Hoch- und Tiefbau, des Landratsamtes Mühldorf verlangt zur verkehrstechnischen Anbindung des Planbereichs je Zufahrt von der Kreisstraße Mü 40 eine Linksabbiegespur sowie eine Einschleifung. Dies wurde vom Gemeinderat zurückgestellt, da die Fläche westlich der Kläranlage bereits als Gewerbefläche vorgesehen ist und man nach einer Gesamtlösung sucht. Der Fachbereich Wasserrecht weist darauf hin, dass aufgrund des Grundwasserspiegels von 1,5 Metern unter Gelände für Bauwasserhaltungen eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich ist.

SchlüssigesKonzept fehlt

Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim sieht die Ausweisung des Baugebiets aus wasserwirtschaftlicher Sicht kritisch und moniert, dass ein schlüssiges Konzept zur schadlosen Niederschlagswasserbeseitigung fehlt. Außerdem fordert das Amt für das gesamte Plangebiet eine hydraulische Berechnung sowie den durch die Bebauung verloren gegangenen Retentionsraum zu ermitteln und entsprechend auszugleichen. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, allen Forderungen des Wasserwirtschaftsamtes nachzukommen.

Die Deutsche Bahn AG stimmte der Bauleitplanung nicht zu, da sich diese im Bereich des Projektes Ausbaustrecke 38 befindet und mit der Bahn AG abgestimmt werden muss. Außerdem monierte sie, dass die Darstellung der neu geplanten Trasse im vorgelegten Bebauungsplan nicht der heutigen Planung des Trassenverlaufs für die Geschwindigkeit 180 Stundenkilometer entspricht.

Der Gemeinderat wies diese Darstellung zurück und betonte, dass das mit der Planung beauftragte Architekturbüro in engem Kontakt zur Bahn stehe. Außerdem habe die Bahn ihre Trassenplanung im Zuge der Erhöhung der Geschwindigkeit mit der Gemeinde abzustimmen, da der Bebauungsplan Küham-Nord in seiner Urfassung bereits Baurecht bietet. Der Gemeinderat lehnte deswegen einstimmig Zugeständnisse im Vorfeld ab.

Anschließend beschloss der Rat einstimmig die neue Satzung unter Einbeziehung der Ergebnisse der Behördenbeteiligung. krl

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