Krise wegen Coronavirus: Mühldorferin schließt ihr Restaurant in Cortina d'Ampezzo

Vergangenen Montag waren die Skilifte zum letzten Mal geöffnet. Jetzt steht alles still. Das trifft auch die Tourismus-Branche in Italien hart. Picture Alliance
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    vonJosef Enzinger
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Italien hat dicht gemacht. Die Nachricht kam gestern Nacht, wonach nicht nur Norditalien wegen des Coronavirus zum Risikogebiet erklärt worden ist, sondern das ganze Land unter Massenquarantäne gestellt worden ist. Die Mühldorferin Beatrice Sartori bekommt alles hautnah mit.

Mühldorf/Cortina d‘Ampezzo – Die 39-Jährige Mühldorferin Beatrice Sartori, deren Familie das Eiscafé Venezia auf dem Mühldorfer Stadtplatz führt, hat seit einiger Zeit ein Restaurant in Vodo di Cadore, knapp 20 Kilometer südlich von Cortina d‘Ampezzo. „Am Montag waren dieSkilifte das letzte Mal geöffnet“, erzählt sie am Telefon, „jetzt aber steht alles still, die Wintersaison ist beendet.“ Zwei, drei Wochen vor dem eigentlichen Saisonende gehen damit auch Umsätze flöten.

Italien wird in eine Wirtschaftskrise schlittern

„Doch so hart wie es nun auch sein möge und so sicher wir jetzt in eine Wirtschaftskrise schlittern: Es ist der richtige Schritt!“, steht Sartori hinter der Maßnahme durch die Regierung, die Schulen und Universitäten schließen ließ. Maßnahmen, nachdem die Zahl der Todesfälle am Montag innerhalb nur eines Tages um fast 100, die Zahl der Infizierten um etwa 1800 in die Höhe geschnellt war.

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Situation in Norditalien verschärft sich

„Die Situation verschärft sich“, befürchtet Sartori, die davon berichtet, dass erste Krankenhäuser an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen würden. Sie spricht von einer „unwirklichen Situation“, als sie im Supermarkt einkaufen war. Regelmäßig werde die Musik von Durchsagen unterbrochen, in denen erklärt werde, wie man sich zu verhalten habe, „dass man Abstand zu anderen Kunden halten solle“.

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Die Entscheidung, alle Schulen zu schließen, sei völlig nachvollziehbar, beteuert Sartori, die sorgenvoll nach Mühldorf und Neuötting blickt, wo ihre Angehörigen, der Bruder mit seiner Familie, Vater und Mutter leben. Ihrer Meinung nach sei der deutsche Staat nicht konsequentgenug, um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen.

„Auch Deutschland wird es treffen“

Die Mutter von drei Kindern (7, 11 und 13 Jahre alt) kann nicht verstehen, warum die Schulen nicht schon längst geschlossen worden sind, nachdem bekannt geworden sei, dass Schüler in Südtirol oder Venetien im Urlaub waren, einem Risikogebiet. „Auch Deutschland wird es treffen, ähnlich wie Italien“, befürchtet sie, „nur eben mit zeitlicher Verzögerung!“

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