Kriminalitätstatistik im Landkreis Mühldorf: Mehr Diebstahl, weniger Gewalt

Die Zahl der Straftaten im Landkreis Mühldorf steigt, allerdings gab es weniger Gewaltverbrechen. Klinger
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Die Zahl der Straftaten im Landkreis Mühldorf steigt, allerdings gab es weniger Gewaltverbrechen. Klinger
  • Josef Bauer
    vonJosef Bauer
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Im Landkreis Mühldorf gingen im Jahr 2019 gingen die Gewaltkriminalität und die Tötungsdelikte im Landkreis Mühldorf zurück, die Wohnungseinbrüche dagegen legten zu. Die zwei Messermorde in Mühldorf konnte die Kripo schnell klären.

Mühldorf – Im Vergleich zum Vorjahr wurden im Landkreis Mühldorf mehr Straftaten begangen. Die gute Nachricht dabei: Gewaltkriminalität (-17,4 Prozent), Rohheitsdelikte (-3,4 Prozent) und Tötungsdelikte (-53,8 Prozent) sind zurückgegangen. Das teilte die Polizei jetzt mit.

Die zwei gravierendsten Taten ereigneten sich im Herbst: Am Nachmittag des 5. Oktobers 2019 gerieten ein 68-jähriger und ein 78-jähriger Mühldorfer im Keller des gemeinsamen Wohnhauses in Streit. Der ältere der beiden stach plötzlich mit einem Messer auf den jüngeren ein und verletzte diesen tödlich.

Zwei Morde in Mühldorf

Im zweiten Fall griff ein 46-jähriger Mühldorfer am Abend des 19. November 2019 einen 57-jährigen Nachbarn in dessen Wohnhaus an und stach mit einem Messer auf ihn ein. Er konnte genau wie der Täter der ersten Messerstecherei unmittelbar nach der Tat festgenommen werden. Das Opfer erlag kurze Zeit später seinen schweren Verletzungen.

Insgesamt wurden 2019 im Landkreis 4296 Straftaten (2018: 3941) in der polizeilichen Kriminalstatistik erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um 355 Taten oder um neun Prozent. Straftaten ohne ausländerrechtliche Delikte wurden in der Statistik mit 4253 (2018: 3916) erfasst.

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Die Polizei steigerte 2019 die Aufklärungsquote im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent auf 67,3 Prozent. „Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit seinen knapp 3000 Beschäftigten setzt sich täglich dafür ein, dass wir in einer der schönsten und abwechslungsreichsten Regionen Deutschlands sicher leben dürfen“, erklärte Polizeipräsident Robert Kopp. Als Gardmesser für die Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung diene die Häufigkeitszahl, die im Bereich des Landkreises Mühldorf bei einem Wert von 3278 pro 100 000 Einwohnern liegt. Die Häufigkeitsziffer im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd liegt bei 4264, bayernweit bei 4615.

Gewalt gegen Polizeibeamte steigt

Im Jahr 2019 wurden im Landkreis Mühldorf 2164 Tatverdächtige ermittelt (2018: 1982). Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen lag bei 36 Prozent (2018: 39,2). Der Anteil der Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden Tatverdächtigen lag bei 456 oder 21,1 Prozent (2018: 403 oder 20,3 Prozent). Gesunken sind die Gewaltdelikte von 201 im Jahr 2018 auf 166 im vergangenen Jahr. Auch die Rohheitsstraften sanken leicht von 758 auf 732. Fälle. Um 49,6 Prozent sind die Rauschgiftdelikte von 260 auf 389 gestiegen. Zugenommen haben auch die Sexualdelikte von 68 auf 75. Die Wohnungseinbrüche steigen von 2018 mir 21 Fällen auf 29 im Jahr 2019.

Diebstähle wurden mehr angezeigt

Gestiegen sind auch der einfache und der schwere Diebstahl. Beim einfachen Diebstahl stiegen die Fälle von 609 m Jahr 2018 auf 622 im Jahr 2019 zu. Im gleichen Zeitraum legten die schweren Diebstähle von 364 auf 468 zu. Zwischen Januar und Anfang April 2019 verübte eine neunköpfige Tätergruppe zwei Raubtaten und insgesamt 28 schadensträchtige Einbruchsdiebstähle. Dabei verursachten sie Schaden von rund 110 000 Euro in den Landkreisen Mühldorf und Altötting. Auffallend war, dass die Täter bei den Einbrüchen mit brachialer Gewalt in den Objekten vorgingen. Trauriger Höhepunkt war der Einbruch in die staatliche Berufsschule I in Mühldorf, bei dem im Schulhaus ein Sachaden von 50 000 Euro entstand.

Eine bei der Kripo Mühldorf eingerichtete Ermittlungsgruppe konnte letztlich eine neunköpfige Tätergruppe aufspüren – bestehend aus einem Kind, drei Jugendlichen und fünf jungen Männern im Alter von 13 bis 20 Jahren. Auf das Konto der jüngsten Tatverdächtigen ging auch der Raubüberfall auf eine Tabakladen in Mühldorf am 14. März 2019, bei dem die beiden Jungs, mit einer Pistole und einem Messer bewaffnet, den Laden betraten, die Angestellte massiv bedrohten und mit ihrer Beute von mehreren Stangen Zigaretten flüchteten. Insgesamt drei der neun Tatverdächtigen gingen in Haft.

Die Vermögens- und Fälschungsdelikte stagnieren auf einem weiteren hohen Niveau von 736 im vergangenen Jahr gegenüber 777 im Jahr 2018. Polizeipräsident Robert Koch prangert die steigende Gewalt gegen Polizeibeamte im südlichen Oberbayern an. Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wurden im Jahr 2019 770 Delikte unter dm Schlagwort „Gewalt gegen Polizeibeamte“ registriert. Im Vergleich zum Jahr 2018 bedeutet dies einen Anstieg von 9,2 Prozent.

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