Kriegerdenkmal in Rattenkirchen: Ort der Mahnung und Erinnerung

Mitten im Ort, gegenüber der Kirche, steht das Kriegerdenkmal von Rattenkirchen. Im Ersten und im Zweiten Weltkrieg hatte die Rattenkirchner Bevölkerung einen hohen Blutzoll zu zahlen: Im Ersten Weltkrieg starben 27 Soldaten aus Rattenkirchen, im Zweiten Weltkrieg waren es 97.

Rattenkirchen – Die katastrophalen wirtschaftlichen Folgen des Krieges von 1914 bis 1918 spiegelten sich im harten Alltag der Landbevölkerung. 18 Stunden Arbeit auf dem Feld waren keine Seltenheit. Viele Kriegsversehrte und unterernährte Kinder und Erwachsene prägten das Straßenbild. Trotz der Sorgen vergaßen die Rattenkirchner ihre gefallenen Soldaten nicht: Man wollte ihnen eine Stätte des Gedenkens, einen Ort der Erinnerung geben. Deshalb richtete der Gemeinderat 1919 einen „Ausschuss für Errichtung und Pflege des Kriegerdenkmals“ ein.

Gemeinde Rattenkirchen übergibt Kriegerdenkmal

So heißt es in der Stiftungsurkunde: „Der unterzeichnete Gemeinde-Rat und Ausschuß für Errichtung und Pflege des Kriegerdenkmals übergibt hiemit dem Veteranen Verein Rattenkirchen das Kriegerdenkmal nebst 900 Mark Stiftungskapital.“ Weiter wird ausgeführt, dass „die anfallenden Zinsen der Verein zur würdigen Instandhaltung des Denkmals und zur Abhaltung eines Jahrtags für die gefallenen und verstorbenen Krieger verwenden und dem Gemeinderat alljährlich beim üblichen Jahrtag Rechenschaft darüber geben soll.“ Eine Rechnung aus dem Jahre 1920 an die „verehrliche Gemeindeverwaltung Rattenkirchen“ nennt die Kosten für das Kriegerdenkmal: 2835,50 Mark.

Platz geht 1921 an die Gemeinde

Erst 1921 ging der Platz, an dem das Kriegerdenkmal errichtet wurde, in den Besitz der Gemeinde über. In einem Vertrag wird am 2. Juni 1921 festgelegt, dass der „Gastwirt Kirmeier … der Gemeinde Rattenkirchen von seinem Kramergarten Pl. Nr. 32 anstatt einer Geldzuwendung zur Aufstellung des Kriegerdenkmals 50 qm Grund“ schenkt. Die Inschrift auf dem Denkmal lautet: „Wir wissen nicht euer Los, aber unser Hoffen ist nicht tot.“ Die Rattenkirchner betrachten ihr Kriegerdenkmal als Ort des Gedenkens an die Toten, verbunden mit der dauerhaften Verpflichtung für Frieden und Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit zu kämpfen.

Rattenkirchener sind mit ihrem Kriegerdenkmal Verbunden

Die Verbundenheit der Rattenkirchner mit ihrem Kriegerdenkmal zeigt sich auch darin, dass sich immer wieder Frauen und Männer finden, die diePflege des Kriegerdenkmals übernehmen. Mehrere Jahrzehnte kümmerte sich Sebastian Fischer zusammen mit seiner Frau Walli um das Kriegerdenkmal in der Ortsmitte von Rattenkirchen, derzeit wird es von Claudia Linner und Ralf Kaindl, dem Zweiten Vorsitzenden der Krieger- und Soldatenkameradschaft, gepflegt.

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