Kreistagswahl Mühldorf: Wähler rupfen CSU und SPD gewaltig

Der neue Kreistag: Alle Namen, alle Zahlen rund um die Wahl vom Sonntagabend.

Die CSU bleibt die stärkste Kraft im Landkreis Mühldorf. Mit 38,9 Prozent liegt sie zwar deutlich vorn, ist von der früheren absoluten Mehrheit allerdings weit entfernt. Neu im Kreistag sind AfD und Linke.

Von Markus Honervogt

Mühldorf – Es dauerte bis in die Nachmittagsstunden des Dienstag, bevor das Ergebnis der Kreistagswahl vorlag. Die Gemeinde Heldenstein hatte Übertragungsprobleme, sodass es knapp 15 Uhr wurde, bevor sich bestätigte, was sich gestern schon abzeichnete: Die CSU ist trotz des Triumphs von Maximilian Heimerl der große Verlierer der Kreistagswahl. Klagte die Partei 2014 noch über den knappen Verlust der absoluten Mehrheit, so fiel sie heuer nochmals, am Ende standen 38,9 Prozent.

Gerupft aber zweitstärkste Kraft

Mit 23 Sitzen bleibt sie trotzdem stärkste Kraft in einem Kreistag, in dem sich neun Parteien und Gruppierungen versammeln. Neu sind die beiden radikalen Parteien AfD und Die Linke. Der junge Dennis Uzon, erst 18 Jahre, hat den Einzug für die Linke genauso geschafft wie die AfD, die mit fünf Bewerbern vertreten ist, darunter Parteivorsitzender Oliver Multusch und Landratskandidat Martin Wieser.

Wie die CSU muss auch die SPD Wunden lecken. Auf deutlich unter zehn Prozent pendelte sich ihr Ergebnis ein, 4,7 Prozentpunkte unter dem schon schlechten Abschneiden von vor sechs Jahren; auch damals hatte die Partei deutlich verloren.

Lesen Sie auch: Alle Wahlergebnisse aus dem Landkreis Mühldorf

Damit ist die SPD endgültig im Kreis der Kleinen angekommen und hat fünf Sitze, genau wie die WGW. Die UWG verzeichnete ganz leichte Einbußen und verlor einen Sitz auf neun, bleibt aber zweitstärkste Kraft und spiegelt zusammen mit der WGW die traditionell wichtige Rolle der Unabhängigen im Landkreis wieder.

Den Sprung auf Platz zwei haben die Grünen verpasst, die sich mit zwei Sitzen mehr als Wahlgewinner fühlen dürfen. Sie sind aber auf dem Weg zu einem grünen Landkreis noch weit davon entfernt, die Unabhängigen von ihrem Platz hinter der CSU zu vertreiben.

Stimmenkönig Marcel Huber

Die FDP und ÖDP sind mit je zwei Sitzen erneut im Kreistag vertreten.

Stimmenkönig wurde übrigens der ehemalige Umweltmininster Dr. Marcel Huber. Er erhielt 57 339 Kreuzchen. Die CSU stellt auch einige Mitglied, deren Wahl kurios ist.

+++Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

So durfte Buchbachs Bürgermeister Thomas Einwang zwar nicht für seine Partei als Bürgermeister in Buchbach kandidieren, aber auf der Kreistagsliste der CSU stehen – und dort auch noch gut abschneiden.

Kommentare