B15 neu im Kreistag mit 51:5 abgelehnt

Die Bürgerinnen ud Bürger sehen keine Bedarf für eine 28 Meter breite Autobahn B15 neu.
+
Die Bürgerinnen ud Bürger sehen keine Bedarf für eine 28 Meter breite Autobahn B15 neu.

Kreisrat Alfred Lantenhammer sieht Unterstützung aus München. Breite Kreistags-Mehrheit für Entlastung der Bürgerinnen und Bürger durch Ortsumfahrungen. Intelligent Verkehrskonzepte sollen den Nord-Süd-Verkehr bewältigen. Landrat Heimerl fordert landkrreisweite Solidarität.

von Josef Bauer

Mühbldorf – Der Kreistag hat in seiner Sitzung am vergangenen Freitag im Mühldorfer Stadtsaal mit 51:5 Stimmen für den gemeinsamen Antrag der Kreistagsfraktionen von CSU, UWG, SPD, Grüne, ÖDP und AfD zugestimmt. „Dagegen stimmten Kreisräte der AfD, UWG und FDP. „Eine Umsetzung ergibt sich aus ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten nur durch die Ertüchtigung der vorhandenen Nord-Süd-Achsen und nicht durch einen Bau der B 15 auf eine neuen Trasse“, heißt es in der Resolution.

Im Landkreis solidarisch Handeln

Dies unterstützte Landrat Max Heimerl, der sich für einen schnellen Ausbau der Ortsumfahrungen aussprach. „Wir müssen im Landkreis auch solidarisch handeln, Es kann aus meiner Sicht nicht sein, dass wir den Bürgerinnen und Bürgern in Oberaufkirche und Schwindegg erneut eine kreuzungsfreie vierspurige Straße zumuten“ betonte Max Heimerl.

CSU-Kreisrat Alfred Lantenahmmer beklagte zu Beginn seiner Ausführungen , dass er weder zur Fraktionsprechersitzung geladen wurde, noch das Rederecht im Kreisausschuss erhalten habe. In beiden Gremien ist Alfred Lantenhammer nicht Mitglied.

Das könnte Sie auch interessieren:

https://www.ovb-online.de/muehldorf/ohrfeige-lantenhammers-ratsbegehren-kreisausschuss-stopp-planung-b15neu-13840758.html

„Der Neubau der B 15 neu ist für die Zukunft besser, als die Ortsumfahrungslösungen. Ortsumfahrungen helfen zwar den betroffenen Ortschaften, lösen aber nicht das Verkehrsproblem“, erklärte Lantenhammer vor dem Kreistag.

„Sollten wir als politisch Verantwortliche nicht mehr um die Zukunft unserer Kinder kümmern? Wir Verschieben das Verkehrsproblem mit der Lösung von Ortsumfahrungen in die nächste Generation“, erklätr de CSU-Kreisrat.

Laut Lantenhammer hat Landrat Max Heimerl über zwei unzulässige Anträge abstimmen lassen. Er berief sich auf eine Aussage von Bauministerin Kerstin Schreyer, die ihm geschrieben hätte, dass ein Bürgerentscheid auf Kreisebene die Anknüpfung an eine Aufgabe des jeweiligen Landkreises im eigen Wirkungskreis voraussetzt. Lantenhammer führe auch Ministerpräsidenten Markus Söder und Innenminister Joachim Hermann, die sich für ein weiter Planung der B 15 neu einsetzen würden.

Die große Mehrheit der Kreistagsmitglieder zeigte sich davon ziemlich unbeeindruckt.

Bürger in den Ortschaften entlasten

Grünen-Fraktionsvorsitzende Kathrin Henke und Grünen Kreisräten Judith Bogner warben für den gemeinsamen Antrag der Fraktionen im Mühldorfer Kreistag.

„Die Zeiten in denen Bürgerinnen und Bürgern vierspurige und kreuzungsfreie Straßen vor die Nase gebaut wurden sind endgültig vorbei“, stellte ÖDP-Fraktionsvorsitzender Reinhard Retzer heraus. Auch CSU-Fraktionsvorsitzender Stefan Mooshuber plädierte dafür die Bürgerinnen und Bürger in den einzelnen Ortschaften zu entlasten und nich weiter mit neuen Straßenbaumaßnahmen zu belasten.

WGW-Fraktionsvorsitzender Josef Schöberl: „Diese Straße würde den gesamten Durchgangsverkehr, der sich vom Nordeuropa nach Italien bewegt durch unseren Landkreis führen. Keiner hat dadurch wirtschaftliche Vorteile. Auch de Landkreis Rosenheim stellt sich gegen eine Fortführung der B 15 neu. Deshalb kommt die halbgedachte Variante bei Stierberg für uns nicht in Frage. Es ist die schlechteste von allen Vorstellungen, die je zur Diskussion standen. Deshalb ist dieser Vorschlag absoluter Unsinn und für die Bevölkerung in der Region untragbar.“

Obertaufkirchen wäre Endstation

„Wenn die B 15 neu kommen würde, dann wäre in Obertaufkichen Endstation, denn Rosenheim lehnt einen stärkeren Zulauf zum Inntaldreieck entschieden ab. Wir hätten den Verkehr dann im Landkreis“, sagte Bürgermeistesprecher und Buchbach Bürgermeister Thomas Einwang.

Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Günther Knoblauch sprach für den gemeinsamen Antrag der Kreistagsfraktion aus.

AfD-Fraktonsvorsitzender Oliver Multusch und AfD-Kreisrat Dr, Klaus Lange sprachen sich für beide Varianten aus, den Bau die B 15 neu und die Ortsumfahrungen.

Landtagsabgeordneter Dr. Marcel Huber stellte sich ebenfalls hinter die Resolution der im Kreistag vertretenen Parteiein. „Briefe, die man erhält, sollte man auch intern behandeln und nicht in die Öffentlichkeit tragen„, sagte der CSU-Kreisrat. Landrat Max Heimerl: „Wir sollten schnell und gemeinsam daran arbeiten, das die Entlastung in die betroffenen Gemeinden bringen und dort die Bürgerinnen und Bürger vor Verkehrslärm schützen.“

Kommentare