Branchen unterschiedlich betroffen

Gesundheitsreport: Krankenstand in den Landkreisen Mühldorf und Altötting gesunken

Die Entwicklung des Krankenstandes in den Landkreisen Altötting und Mühldorf.
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Die Entwicklung des Krankenstandes in den Landkreisen Altötting und Mühldorf.
  • Josef Bauer
    vonJosef Bauer
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Die Zahl der Erkrankten nahm laut DAK-Gesundheitsreport im ersten Halbjahr 2020 um 0,3 Prozent ab.

Mühldorf – Trotz sinkender Zahlen gab es mit 3,9 Prozent in der Region einen etwas höheren Krankenstand als im Landesdurchschnitt, der bei 3,8 Prozent liegt. Im Vorjahr 2019 lag der Krankenstand in den beiden Landkreisen bei den DAK-Patienten bei 4,1 Prozent.

IHK berichtet von steigenden Zahlen

„Diesen Trend kann ich leider nicht bestätigen. Bei uns war der gleiche Krankenstand wie im letzten Jahr. Im letzten Monat ist er sogar gestiegen“, kommentierte IHK-Vizepräsidentin Ingrid Obermeier-Osl die vorgelegten Zahlen auf Nachfrage. Keine Aussagen zum Krankenstand konnte die Handwerkskammer machen. „Uns liegen dazu keine Zahlen vor“, erklärte die Geschäftsstelle der Handwerkskammer.

Fehltage wegen Verletzungen haben sich fast halbiert

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit ihrer Patienten aus den Landkreise Mühldorf und Altötting zeigt die Entwicklung des Krankenstandes im vergangenen Jahr und die wichtigsten Veränderungen im ersten Halbjahr 2020 auf. Hier wird deutlich, wie sich die Anzahl und Dauer der Krankschreibungen während der Corona-Krise in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres veränderten.

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Verletzungsbedingte Fehltage sanken um 45 Prozent und damit am stärksten von allen Diagnosen. Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen wurden um zehn Prozent weniger verzeichnet. Obwohl die Ausfalltage bei Muskel-Skelett-Erkrankungen um 22 Prozent abnahmen, verursachten sie erneut den größten Anteil am Krankenstand in der Region.

Zahlen bei den Infekten trotz hoher Steigerung immer noch unter denen des Grippejahres 2018

Besonders im Blickfeld stehen die Atemwegserkrankungen aufgrund der Regelung des gemeinsamen Bundesausschusses, wonach sich Patienten mit leichten Erkältungssymptomen von März bis Ende Mai telefonisch krankschreiben lassen konnten. Die Auswertung des DAK-Gesundheitsreportes in der Region Mühldorf und Altötting zeigt, dass die Fehlzeiten bei Infekten im Vergleich zum Vorjahr zwar um 24 Prozent zunahmen, aber immer noch unterhalb des Wertes aus dem Grippejahr 2018 lagen. „Aus unserer Sicht ist das ein klarer Beleg dafür, dass einfache Lösungen fürs Krankschreiben sehr sinnvoll sind“, sagt Jürgen Kollmeder, Chef der DAK-Gesundheit in Mühldorf und Burgkirchen. „Wir müssen nicht nur bei COVID-19, sondern bei vielen Erkrankungen generell die Ansteckungsgefahr für das Praxispersonal und für andere Patienten mit bedenken. Wenn neue Formen der Kommunikation die persönliche Begegnung in der Arztpraxis ersetzen, ist das ein wichtiger Fortschritt.“

Analyse zeigt die Entwicklung in den Landkreisen Mühldorf und Altötting

Der DAK-Gesundheitsreport für die Landkreise Mühldorf und Altötting analysiert neben dem ersten Halbjahr 2020 auch die Fehlzeiten von 2019. Demnach lassen sich mehr als die Hälfte aller Fehltage auf drei Krankheitsarten zurückführen. Jürgen Kollmeder von der DAK-Gesundheit dazu: „An erster Stelle stehen Muskel-Skelett-Probleme, die für beinahe jeden vierten Fehltag von Beschäftigten in der Region verantwortlich sind. Danach folgen Verletzungen sowie psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände mit jeweils 15 Prozent. Mit unseren Analysen zum Krankenstand in den Landkreisen Mühldorf und Altötting setzen wir gezielt beim betrieblichen Gesundheitsmanagement an und bieten Arbeitgebern konkrete Hilfe.“

Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld Spitzenreiter

Der höchste Krankenstand 2019 wurde in Bayern übrigens mit 4,8 Prozent in den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld verzeichnet, der niedrigste mit 2,9 Prozent in den Landkreisen München und Starnberg.

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