Mit der Kraft der Natur leben

Umlagert von den Bäuerinnendes Landkreiseswar der als „Kräuterwastl“ bekannte Sebastian Viellechner. Krteschko

Mettenheim/Mühldorf. – Einen solchen Ansturm an Leuten hatte der Bayerische Bauernverband am „Tag der Bäuerin“ dann doch nicht erwartet: Statt der angemeldeten 350 Teilnehmerinnen begehrten weit mehr Einlass in den Saal des Kreuzer-Wirts.

Lag es nun an der Jahreszeit oder mehr am Auftritt des aus dem Fernsehen bekannten „Kräuterwastls“ (Sebastian Viellechner), der über „Natur und Garten – die beste Apotheke“ referierte, – die Organisatorinnen um Kreisbäuerin Anni Senftl wussten es nicht. Jedenfalls freuten sie sich über den enormen Zulauf und dass sich alle Beteiligten einschließlich des Wirts mit der Situation arrangierten.

Wie geplant, genossen die Bäuerinnen anfangs ein reichhaltiges Frühstück und den Erfahrungsaustausch untereinander. Währenddessen dekorierte Referent Sebastian Viellechner mehrere Tische vor der Bühne mit Gemüse, Kräutern, Blumen, Tinkturen, Tees, Eingewecktem, Wildfrüchten und Pflanzen passend zum Herbst. Am Rande fand er noch Platz für seine alten wie neuen Bücher, in denen er Gedichte, Kurzgeschichten, seinen Erkenntnisschatz und Weg als Kräuterpädagoge verarbeitete. Diese waren wie das „Kräuterwastl-Salz“ schon vor und erst recht nach seinem Vortrag heiß begehrt.

Der aus einfachen Verhältnissen aus Weyarn stammende Viellechner offenbarte sich als temperamentvolles bayerisches Original, dessen Credo es ist, seine Zuhörer nachdrücklich, oft auf humorvolle Weise und mit flotten Sprüchen, zu einem gesunden Leben zu bewegen. Den einzigen Weg dazu sieht er in einer „ehrlichen und richtigen Ernährung“ wie er sie selbst als zertifizierter Kräuterpädagoge lebt und proklamiert. So redete er sich regelrecht in Rage, als er etwa über die von übermäßigem Zuckerkonsum ausgelösten Krankheiten schimpfte, bekannte Discounter als „Sondermülldeponien“ charakterisierte, „dreckige Chemie“ im Industriesalz oder Nano-Partikel in den Plastikflaschen aufs Korn nahm.

Hingegen strahlte der Kräuterwastl, als er seine Weisheiten über die Heilkraft des Waldes und seiner Bäume, über naturbelassene Lebensmittel, den Genuss einheimischen Obstes (vor allem des Apfels), die Fermentierung des möglichst selbst angebauten Gemüses, über das Trinken wertvollen Leitungswassers, das bewusste Aufnehmen von Bitter- (Radicchio, Löwenzahn, Wermut, Salbei) und sekundären Pflanzenstoffen (Zwiebelgewächse) verkündete. Außerdem legte er besonderen Wert darauf, dass seine Zuhörer den Rettungsweg über den Harn als Möglichkeit zur Entgiftung verstanden, bei der Scharfgarbe, Brennnessel oder Hagebutte eine wichtige Rolle spielen.

Nachdem er auch den Letzten im Saal von der Kraft der Natur überzeugt hatte, stellte er noch einen direkten Zusammenhang zur seelischen Gesundheit der Menschen her. Insofern betrachtete er sich als „Vermittler von Freude und Fröhlichkeit“ und appellierte an sein Publikum, es ihm gleich zu tun und in seine gesunden Fußstampfen zu treten.

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