Kommunalwahl im Landkreis Mühldorf: Corona spielt keine Rolle

Der Wahlzettel ist lang:Zur Stadtratswahl in Mühldorf treten 139 Kandidaten an, sie sind auf einem grünen Wahlzettel gelistet. Bis zu drei Stimmen dürfen Wähler jedem Bewerber geben, sie können Kandidaten streichen oder eine ganze Liste favorisieren. Die ersten Ergebnisse der Wahl dürfte es am Sonntag ab 19 Uhr geben. Sie sind alle auf www.ovb-online.de zu finden. Enzinger

In den Wahlämtern herrscht angesichts der Gefährung durch das Corona-Virus Gelassenheit. Es stehen mehr Wahlhelfer zur Verfügung, als benötigt werden. Sie betreuen mehr als 93000 Landkreisbürger, die am Sonntag über Landrat, Bürgermeister und Stadt- und Gemeinderäte entscheiden.

Mühldorf – 93 396 Wahlberechtigte entscheiden am kommenden Sonntag, wer im Landkreis in den kommenden sechs Jahren die politischen Geschicke lenkt. Nach derzeitigen Aussagen aus einigen Kommunen spielt die Sorge vor einer Verbreitung des Coronavirus derzeit keine Rolle.

Die meisten Kommunen sind aber grundsätzlich auf Krankheitsfälle so vorbereitet wie die Stadt Waldkraiburg. Laut Auskunft aus dem Wahlamt sind für jedes Wahllokal acht Helfer eingeteilt, plus eine Hilfskraft, die erst zur Auszählung am Abend kommt. Sechs Helfer sind vorgeschrieben. „Es wird immer jemand krank“, betonte eine Sprecherin der Stadt. Deshalb seien stadtweit zusätzlich weitere 20 Wahlhelfer auf Reserve.

Auch interessant:

Kommunalwahl 2020: Alle Bürgermeisterkandidaten und Bewerberlisten im Landkreis Mühldorf

Übersicht über die Landratskandidaten

Auch in Mühldorf gibt es keine Aufregung: „Selbstverständlich sind alle Wahllokale ausreichend besetzt“, schreibt Sprecherin Monika Pingitzer. „ Es hat zwar einige Absagen von Wahlhelfern gegeben, allerdings konnten alle nachbesetzt werden und durch die vorausschauende Personalplanung des Wahlamtes gibt es noch genügend Ersatzpersonen.

Im Zentrum steht die Landratswahl

Im Zentrum des Interesses am Sonntag steht die Wahl des Landrats, denn nach 18 Jahren beendet Amtsinhaber Georg Huber (CSU) seine Tätigkeit.

Sechs Frauen und Männer bewerben sich um seine Nachfolge: Peter Corticelli (FDP), Maximilian Heimerl (CSU), Cathrin Henke (Grüne), Angelika Kölbl (SPD), Ulli Maier (UWG/WGW) und Martin Wieser (AfD). Damit gibt es so viele Kandidaten wie noch nie in der Geschichte des Landkreises.

+++ Weitere Informationen zum Thema Coronavirus in der Region Rosenheim, Mühldorf und Traunstein finden Sie auf unserer Themenseite. +++

Auch bei den Bürgermeistern wird es zahlreiche Wechsel geben, da viele Amtsinhaber nicht mehr antreten oder nicht mehr aufgestellt wurden. Das gilt für Zangbergs Bürgermeisterin Irmgard Wagner (CSU), der ihre Partei nach nur einer Amtszeit die erneute Kandidatur verweigerte.

Kommunalpolitischer Feierabend ist auch für Alois Salzeder, Aschau, Georg Kobler, Erhartin, Norbert Strahllechner, Gars, Helmut Kirmeier, Heldenstein, Alfons Linner, Kirchdorf, Josef Kirchmaier, Maitenbeth, Stefan Schalk, Mettenheim, Annemarie Haslberger, Reichertsheim, Dr. Karl Dürner, Schwindegg und Jakob Bichlmaier, Taufkirchen.

Ampfings Bürgermeister Josef Grundner (CSU) steht nicht zur Wahl, er trat 2018 die Nachfolge von Otmar Wimmer an und darf noch vier weitere Jahre im Amt bleiben.

Stichwahl in 14 Tagen möglich

Fachleute gehen von einer Stichwahl bei der Landratswahl aus. Schon rein rechnerisch sei es bei sechs Kandidaten wahrscheinlich, dass es zu einem zweiten Wahlgang kommen wird, heißt es bei vielen politischen Akteuren. Der wird dann notwendig, wenn keiner der Bewerber im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit von über 50 Prozent der Stimmen erhält. Der zweite Wahlgang zwischen den beiden Spitzenreitern findet, wie auch in allen Städten und Gemeinden, in denen eine Stichwahl nötig ist, am Sonntag, 29. März statt.

+++Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren! +++

Die Auszählung am Wahlabend dürfte bis tief in die Nacht gehen. Der neue Landrat oder die Stichwahlkandidaten werden gegen 20 Uhr feststehen, die meisten Bürgermeister dürften bis 21 Uhr folgen. Wie sich Kreis-Stadt und Gemeinderäte zusammensetzen, und wer den Sprung in den Rat schafft, steht erst in den späten Abendstunden fest.

Auf OVB-online.de informiert die Heimatzeitung laufend, schnell und zuverlässig über die Ergebnisse.

139 Kandidaten für Mühldorfer Stadtrat

16.529 Wahlberechtigte dürfen in Mühldorf über einen neuen Bürgermeister und den Stadtrat entscheiden, 4980 hatten sich bis gestern für Amtsinhaberin Marianne Zollner (SPD) oder einen ihrer Mitbewerber Claus Debnar (Die Linke/Die Partei), Michael Hetzl (Freie Wähler/Unabhängige Mühldorfer) und Dr. Matthias Kraft (Bündnis 90/Die Grünen) entschieden. CSU-Kandidat Dr. Marc Stegherr hat seine Kandidatur zurück gezogen, die AfD stellt keinen Bewerber.

Alle sechs Parteien und Gruppierungen schicken aber Kandidaten für den Stadtrat ins Rennen. Da Mühldorf inzwischen mehr als 20 000 Einwohner hat, wächst die Zahl der Mandatsträger von derzeit 24 auf 30. Dafür haben die Mühldorfer die Auswahl aus 139 Kandidaten. Je 30 stehen auf den Listen von CSU, Grüne, FW/UM und SPD, Die Linke/Die Partei schickt zehn Bewerber, die AfD 9. Bei Linke und AfD sind die Bewerber bis zu dreimal aufgelistet.

Eine Besonderheit ist heuer, dass mit Andrea Multusch eine Kandidatin der AfD nach dem Druck der Wahlzettel gestorben ist. Stimmen für sie gehen nach Angaben von Justiziar nicht verloren: „Sie kommen der Liste zu gute“, erklärte er. Das gilt sowohl für Kreuze bei der Briefwahl als auch am Wahltag selbst.

Mehr zum Thema

Kommentare