Kommt Schwindegg mit dem Bahnausbau aufs Abstellgleis?

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Symbolfoto

Mit dem zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke München-Mühldorf kommt der Bahnübergang beim Holzwerk Obermeier weg. Somit würde es in Schwindegg aus dieser Richtung keinen Durchgangsverkehr mehr geben. Betriebe wie Bäcker oder Metzger und die Tankstelle müssten eventuell auf Einnahmen verzichten.

Schwindegg – Dies würde möglicherweise bedeuten, dass auch Arbeitsplätze verloren gehen. Im vollbesetzten Saal des Bürgerhauses erinnerte Bürgermeister Dr. Karl Dürner daran, dass bei der Bürgerversammlung der Wunsch geäußert wurde, dass die Bahn dieses Projekt einmal vorstellt.

Stellten die aktuelle Situation zum zweigleisigen Bahnausbau vor: Bürgermeister Dr. Karl Dürner, Verkehrsgutachter Helmuth Ammerl und die Projektleiterin der DB-Netz AG, Anna Schindler. Friedrich

Eines sei klar, bei einer Zuggeschwindigkeit von 160 bis 200 Stundenkilometern kann es keine höhengleichen Bahnübergänge mehr geben, denn die Gefahr eines Zusammenstoßes wäre erheblich. Somit gibt es auf der gesamten Strecke nur noch ober- oder unterirdische Übergänge, so Projektleiterin Anna Schindler von der DB-Netz AG.

Kosten für Bahnübergang sind ungeklärt

Sollte die Gemeinde Schwindegg als Ersatz eine Überführung wollen, dann müssten die Kosten geklärt werden und wer am Schluss den Übergang bezahlt. Verantwortlich für den Infrastrukturausbau ist der Bund, der die Bahn Netz AG damit beauftragt. Das Eisenbahn-Bundesamt prüft und genehmigt und die DB Netz AG plant und setzt um. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist der zweigleisige Ausbau der Strecke von Markt Schwaben bis Ampfing sowie die Elektrifizierung des Abschnittes verankert.

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Bürgermeister Dr. Dürner hofft, dass man beim Thema „Lärmschutz“ ein Wörtchen mitreden darf, nicht, dass „die Bürger am Schluss wieder die Dummen sind, wie bei der A 94. Schindler verwies darauf, dass beim Lärmschutz das Bundesimmissionsschutzgesetz herangezogen wird. In diesem Gesetz sei konkret festgelegt, wann Anlieger Anspruch auf Schallschutz haben. Zudem gebe es heute viele Maßnahmen, bei den Schienen, Schwellen, Fahrzeugen und Bremsen, die den Lärm minimieren.

Verkehr verlagert sich in den Ort

Verkehrsgutachter Helmuth Ammerl zeigte auf, wie sich die Verkehrssituation auf das Gemeindegebiet auswirkt, wenn der Bahnübergang beim Holzwerk geschlossen wird. Allerdings räumte er ein, dass die Verkehrszählung im Jahr 2017 war und somit vor der Öffnung der Autobahn A 94. Er zeigte mit den damaligen Daten, wenn der Übergang geschlossen wird, würde sich der gesamte Verkehr in den Ort verlagern und die Buchbacherstraße die „Hauptschlagader“ für den täglichen Ortsverkehr werden. Zudem würde sich die Fahrzeit der einheimischen Bevölkerung um eine bis fünf Minuten verlängern. Dies könnte auch eine Belastung für die Schulkinder werden, die sich in diesem Bereich bewegen.

Dies heißt auch, so Bürgermeister Dr. Dürner, dass sich der Hauptverkehr über die Umgehungsstraße bewegt und den örtlichen Betrieben wegen des fehlenden Durchgangsverkehr Einnahmen entgehen. Diplom-Ingenieur Ammerl stellte in Aussicht, dass ein neueres Gutachten, das auch den Verkehr von der Autobahn mit einbezieht, genauere Erkenntnisse ergeben werde.

Gemeinderat berät Erkenntnisse

Die anschließende Diskussion warf viele Fragen auf, die aber wegen des noch nicht vorhandenen Planfeststellungsverfahren und der neuen Verkehrszählung, noch nicht beantworten werden konnten.

Bürgermeister Dr. Dürner sagte, dass er in der nächsten Gemeinderatssitzung, über die Erkenntnisse, und über die Möglichkeiten, die die Gemeinde hat, beraten möchte. Es stand auch die Gründung einer Bürgerinitiative im Raum, die die Möglichkeit hat, in Berlin ihren „Hut“ in den Ring zu werfen.

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