Kommentar zur Kreistagswahl Mühldorf: Wähler stellen Denkaufgaben

Die CSU ist trotz des Triumphs von Maximilian Heimerl der große Verlierer der Mühldorfer Kreistagswahl. So bewertet der leitende Redakteur Markus Honervogt das Wahlergebnis:

Der Landkreis Mühldorf liegt heuer im deutschlandweiten Trend der Aufteilung politischer Interessen auf verschiedene Vertreter: Mit neun haben die Bürger so viele Parteien und Gruppierungen in den Kreistag geschickt wie nie zuvor. Und sie haben den Parteien mit ihrem Abstimmungsergebnis schwierige Denkaufgaben gestellt.

Für die CSU: Gegen fünf Mitbewerber haben die Wähler Landratskandidat Maximilian Heimerl auf Anhieb eine absolute Mehrheitverpasst. Seine Hausmacht aber haben sie gleichzeitig derart verkleinert, dass er künftig meist mehr als einen Bündnispartner braucht, um seine Ziele durchzusetzen.

Mit den jetzt erreichten 38,9 Prozent hat die Partei zum zweiten Mal in Folge deutlich verloren. Für sie muss es um personelle und inhaltliche Veränderungen gehen, will sie auch künftig ihre Führungsrolle im Landkreis verteidigen.

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Für die SPD: Es war kaum vorstellbar, dass sich noch mehr Menschen von der Sozialdemokratie abwenden. Als Kleinpartei, die die SPD jetzt ist, muss sie ihre Rolle endlich neu finden. Das gilt vor allem für den Fall der politischen Katastrophe, sollten die Bürgermeisterinnen Marianne Zollner und Sissi Schätz bei der Stichwahl ihre Posten verlieren.

Für die AfD: Mit Ergebnissen, die deutlich unter denen von Landtags- und Bundestagswahlen liegen, ist der Höhenflug der Rechten im Landkreis unterbrochen. Ihr selbst verkündetes Ziel, sich an der politischen Basis fest zu verankern, haben sie verpasst. Ohne das Thema Migration bleibt der AfD offensichtlich wenig, das die Wähler bewegt.

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