Keine gebürtigen Mühldorfer mehr? Nun gibt es eine Entscheidung

Ingrid Steinleitner, Stationsleitung der Entbindungsstation in Mühldorf, kann sich ab Oktober wieder über Babyx freuen.
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Ingrid Steinleitner, Stationsleitung der Entbindungsstation in Mühldorf, kann sich ab Oktober wieder über Babyx freuen.
  • Josef Bauer
    vonJosef Bauer
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Während der Corona-Pandemie hatte die Geburtsstation des Mühldorfer Krankenhauses ihre Arbeit unterbrochen. Das hatte Kritik und Befürchtungen um eine endgültige Schließung geschürt. Nun gibt es Neuigkeiten.

Mükldorf – In der Verwaltungsratssitzung am Mittwoch, 22. Juli, haben sich die beiden Landräte Erwin Schneider und Max Heimerl sowie die Mitglieder des Verwaltungsrats darauf verständigt, die seit Anfang März geschlossene Geburtshilfe in Mühldorf wieder hochzufahren. Derzeit laufen noch Verhandlungen, von deren Ergebnis es abhängt, ob schon der Beginn mit voller Kapazität möglich ist.

Konsens im Verwaltungsrat

Landrat und stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates Max Heimerl: „Ich freue mich, dass es einen Konsens darüber gibt, dass die Geburtshilfe in Mühldorf wichtig ist und auch in der Zukunft betrieben werden soll. Ich hoffe sehr, dass die noch laufenden Verhandlungen erfolgreich sind und alle Beteiligten bereit sind, einen Beitrag zum dauerhaften Erhalt der Geburtshilfe in Mühldorf zu leisten.“

Keine Geburten während Corona-Pandemie

Die Geburtsstation der Mühldorfer Kreisklinik war über einen längern Zeitraum geschlossen. Auch während der Corona-Pandemie konnten am Mühldorfer Haus keine Geburten durchgeführt werden. Was zu einer Schließung der Station in Mühldorf geführt hast.

Schließung wurde heftig kritisiert

Innerhalb der Kreispolitik und in der Bevölkerung wurde diese Schlie0ßung massiv kritisiert, . Wir, die jungen Kreisräte der CSU-Fraktion und der JU Kreisverband Mühldorf, fordern den Mühldorfer Kreistag auf, sich für die Wiedereröffnung der Mühldorfer Entbindungsstation einzusetzen.

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„Die Entbindungsstation wurde schon weit vor der „Corona-Krise“ geschlossen. Wir brauchen aber zwingend vor Ort eine Entbindungsstation. Zum einen steigen die Geburtszahlen in den Häusern Altötting und Wasserburg und dadurch ist oftmals eine adäquate Betreuung nicht mehr gegeben. Werdende Eltern müssen einen weiten Weg auf sich nehmen, was unter diesen besonderen Umständen nicht sehr angenehm ist. Ein weiterer Punkt, der für die Wiedereröffnung in der Kreisstadt spricht ist, dass wir keine Kinder „Made in Mühldorf“ mehr haben“, erklärten die Kreisräte .Stephanie Pollmann, Michael Kulhanek und Throns Perzl.

Corona-Pandemie und Personalengpass

Dr. Simon Machnik, Vorstand des InnKlinkums: „Wir hatten schon vor der Corona-Pandemie einen Personal-Engpass in der Geburtshilfe des Inn-Klinikum Mühldorf. Durch die vorübergehende Umwidmung zum Covid-Haus war es uns in dieser Zeit leider nicht möglich, diesen Engpass zu beseitigen.“

Das sagen die Fraktionen

In der letzten Sitzung des Kreisausschusses kündigten die Fraktionsvorsitzenden der CSU, Sefan Mooshuber, und der SPD, Günther Knoblauch, eine Initiative für den Erhalt der Entbindungsstation an.

Auch die AfD-Fraktion hat in der letzten Sitzung einen Antrag eingebracht, der den Erhalt der gynäkologischen Geburtshilfe und der Kardiologischen Station im Klinikum Mühldorf zum Inhalt hatte,

Was im Fusionsvertrag der Kliniken steht

Landrat Max Heimerl verwies in dieser Sitzung auf den Fusionsvertrag, in dem exakt geregelt ist, dass die Geburtshilfe am Standort Mühldorf bestehen bleibt.

Er machte aber auch deutlich, dass der Verwaltungsrat des InnKlinikums die Verantwortlichkeit für die inhaltliche Ausrichtung des Klinikums durch die Fusion erhalten habe und der Kreistag des Landkreises Mühldorf nicht mehr zuständig sei,

Abteilungen müssen erhalten bleiben

„Max Heimerl und ich haben bei den Fusionsverhandlungen den damaligen Landrat Georg Huber mehrfach darauf hingewiesen, dass zeitkritische Abteilungen am Mühldorfer Haus verbleiben müssen. Dazu haben wir die Geburtshilfe und die Bereiche der Herzerkrankungen und Schlaganfälle gezählt. Ich freue mich sehr, dass es Landrat Max Heimerl gelungen ist im Verwaltungsrat die Entbindungsstation in Mühldorf wieder zu eröffnen“, erklärte Landtagsabgeordneter Dr. Marcel Huber.

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