Kombihaltung bietet mehr Tierwohl

BBV-Kreisobmann Ulrich Niederschweibererzusammen mit Referentin Janne Richelsen. re
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BBV-Kreisobmann Ulrich Niederschweibererzusammen mit Referentin Janne Richelsen. re

  Das Thema Tierhaltung, Schwerpunkt Rinderhaltung, stand im Fokus einer Fachversammlung des Bayerischen Bauernverbandes.

Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer konnte dazu Fachreferentin Janne Richelsen begrüßen.

Hauptthema war die Vorstellung der Kombihaltung. Dies könnte eine Möglichkeit für Betriebe mit Anbindehaltung sein, die nicht mehr in einen Laufstall investieren wollen. Ziel ist es, in den nächsten zehn bis 15 Jahren den Kühen mehr Tierwohl zu bieten. Dies geschieht durch Bewegung an bis zu 120 Tagen im Jahr auf der Weide oder einem Laufhof sowie die Verlängerung und Verbreiterung der Liegeplätze.

Des Weiteren wurden die Folgen der Blauzungenkrankheit besprochen, die in Baden-Württemberg ausgebrochen ist und auch in Bayern eine Restriktionszone nach sich gezogen hat, die Probleme macht bei der Kälbervermarktung. Richelsen appellierte an die Tierhalter, gegen die Blauzunge zu impfen, damit keine Vermarktungsschwierigkeiten entstehen. Die Klinik bei der derzeitigen Ausprägung der Blauzungenerkrankung ist oft unauffällig, meist haben die Tiere nur ein wenig Fieber.

Eine weitere Baustelle sind die Kälbertransporte ins europäische Ausland, insbesondere nach Spanien. Im Gegensatz zu Österreich, von wo weiterhin Kälber nach Spanien verbracht werden dürfen, wurden in Deutschland und besonders in Bayern die Hürden so hoch angesetzt, dass es praktisch nicht mehr möglich ist, Kälber dorthin zu verkaufen. Das bayerische Umweltministerium verweist auf ausstehende Vorgaben vom Bund, der sich wiederum auf eine EU-Vorgabe bezieht.

Um den deutschen Tierhaltern eine Perspektive und Planungssicherheit zu geben, hat das Bundeslandwirtschaftsministerium eine Kommission zur Entwicklung einer Nutztierhaltungsstrategie entwickelt. Vom Bayerischen Bauernverband wurde in einen Arbeitskreis zum Beispiel Bezirksbäuerin Christine Singer geschickt, die dort die Praktikermeinungen einbringt, die unter anderem in regionalen BBV-Versammlungen von Mitgliedern eingebracht wurden.

Der Leiter dieser Kommission, Jochen Borchert, rechnet mit zusätzlichen Kosten von über vier Milliarden Euro im Jahr, die die Tierhalter benötigen, um ihre Ställe in Sachen Tierwohl so umzubauen. Wie das finanziert werden soll, ist noch unklar. Die rege Diskussion im Anschluss zeigte auf, dass den Landwirten das Thema auf den Nägeln brennt und hier die Berufsvertretung weiterhin stark gefordert sein wird.

Da Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer im Landesfachausschuss Milch und sein Stellvertreter Gerhard Langreiter im Landesfachausschuss Tierische Erzeugung sind, gab es am Schluss noch die Aufforderung an die Bauern, ihre Probleme und Anregungen hier anzubringen, damit diese im Verband weitergegeben und eingebracht werden können.

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