Stationen geschlossen

Klinikpersonal in Mühldorf am Anschlag: Trotz sinkender Coronazahlen bleibt Belastung hoch

Die Notaufnahme in Mühldorf: Unter hoher Belastung stehen derzeit die Mitarbeiter in der Notaufnahme in Mühldorf. Tageweise mussten dort mehr als 100 Patienten betreut werden.
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Die Notaufnahme in Mühldorf: Unter hoher Belastung stehen derzeit die Mitarbeiter in der Notaufnahme in Mühldorf. Tageweise mussten dort mehr als 100 Patienten betreut werden.
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Die Zahl der Corona-Patienten im Inn-Klinikum sinkt leicht, die Belastung in den Krankenhäuser bleibt trotzdem hoch. Deshalb musste in der letzten Woche Stationen geschlossen und die Notaufnahme zeitweilig abgemeldet werden. Positiv ist, dass der Corona-Inzidenzwert über das Wochende leicht gesunken ist.

Mühldorf – Die langsam sinkenden Corona-Zahlen schlagen sich auch im Inn-Klinikum nieder. Von Entlastung will Geschäftsführer Thomas Ewald aber nicht sprechen. „Die Belastung ist derzeit speziell in den Kliniken in Mühldorf und Altötting außerordentlich hoch“, sagt er. „Vor allem die Notaufnahmen müssen an manchen Tagen ein großes Patientenaufkommen bewältigen.“

An einem Tag 100 Patienten

So mussten die Mitarbeiter am vergangenen Montag, 25. Januar, in den Notaufnahmen in Mühldorf und Altötting jeweils mehr als 100 Patienten versorgen, von denen ein Großteil stationär aufgenommen wurde. „Das hat dazu geführt, dass wir nur noch vereinzelt Betten frei hatten und uns kurzzeitig sogar für die Anfahrten des Rettungsdienstes abmelden mussten.“

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So zeigt das Virus noch immer Wirkung, obwohl die absoluten Zahlen sinken. So lagen am Freitag 60 coronapositiv gestestete Menschen in den vier Krankenhäusern. Den Höchststand meldeten die Häuser am 8. Dezember, als 99 Coronakranke behandelt werden mussten. „Allerdings dürfen wir uns nicht in falscher Sicherheit wiegen, denn wir wissen nicht, wie die Pandemie weiter verlaufen wird, gerade vor dem Hintergrund der aufgetretenen Mutationen.“

Ewald weist aber auch auf normale Operationen hin, die sich in den vergangenen Monaten gestaut haben. „Hier sind die Patientenzahlen konstant hoch und teilweise steigend, weil Eingriffe in den letzten Monaten nicht durchgeführt wurden oder weil Patienten Vorsorgeuntersuchungen ausfallen ließen.

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Dass die nicht wie vorgesehen abgearbeitet werden können, liegt wiederum an der Corona-Krise. Laut Ewald musste die Klinikleitung in Altötting, Mühldorf und Burghausen immer wieder Stationen kurzzeitig schließen oder einen Aufnahmestopp für Patienten verhängen, weil sich Mitarbeiter in Quarantäne begeben mussten.

Geburtshilfe soll heute wieder öffnen

Das galt bis heute in Mühldorf für die in Geburtshilfe, deren Aufnahmestopp seit dem heutigen Montag wieder aufgehoben ist. Dort sind derzeit ohnehin nur Kaiserschnitte möglich.

Seit Mittwoch vergangener Woche gibt es zudem einen Aufnahmestopp in der Urologie, der voraussichtlich eine Woche dauern werde. „Trotz aller Herausforderungen, vor die uns die Pandemie stellt, konnten wir den Regelbetrieb immer aufrecht erhalten, weil unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dies mit viel persönlichem Engagement kompensiert haben“, beschreibt Klinikenchef Ewald die aktuelle Lage. „Das ist keine Selbstverständlichkeit und wir sind dafür nicht nur sehr dankbar, sondern auch stolz darauf, solche Beschäftigten zu haben.“

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Über das Wochenende gab es im Landkreis 44 Neuinfektionen, die Gesamtzahl der Infizierten liegt damit bei 250. Der Inzidenzwert sank leicht von 146,7 auf 138,1.

Pflicht für Reiserückkehrer

Wer aus einem Risikogebiet einreist, muss sich registrieren und testen lassen. Auf diese bundesweite Regelung hat jetzt das Landratsamt hingewiesen. Unter www.einreiseanmeldung.de müssen sich Reiserückkehrer melden, nach einem Test muss das Landratsamt über das Ergebnis informiert werden. Unter der Emailadresse corona-ausland@lra-mue.de müssen die Rückkehrer Name, Vorname, Einreisedatum und die Testmitteilung übermitteln. Weitere Hinweise dazu gibt es beim Landratsamt Mühldorf. Im Internet gibt es auch eine Liste der Risikogebiete.

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