Klinikfusion unter Dach und Fach

Es geht weiter:Mit dem Spatenstich im Oktober begann der Erweiterungsbau des Krankenhauses Mühldorf. Dort sollen neue Patientenzimmer entstehen. Eine Erhöhung der Bettenzahl ist damit allerdings nicht verbunden, denn der Altbau soll nach Fertigstellung des neuen Trakts geschlossen werden. Honervogt

Mühldorf. – Zum 1. Januar sind die Kreiskliniken Altötting und Mühldorf eins.

Das haben die beiden Kreistage beschlossen. Das gemeinsame Kommunalunternehmen hat seinen Sitz in Altötting, Träger des gemeinsamen Kommunalunternehmens sind der Landkreis Altötting und der Landkreis Mühldorf. Es soll Innklinikum Altötting und Mühldorf heißen.

Im Vorfeld der Kreistagsbeschlüsse hatte es langwierige Diskussionen und Streitereien um das medizinische Angebot in den unterschiedlichen Häusern gegeben. Vor allem Mühldorf warf Altötting vor, als Juniorpartner behandelt zu werden. Die schließlich verkündete Einigung lässt aber gerade in diesem Bereich viele Fragen offen, doppelte Angebote sind weiter vorgesehen. Die Landräte sprachen dagegen von einem Anfangspunkt, von dem aus sich ein medizinisches Konzept in den nächsten Jahren entwickeln solle.

Ausgehend vom bestehenden Versorgungsangebot wurde ein landkreisübergreifendes Medizinkonzept für das gemeinsame Klinikunternehmen in den Grundzügen erarbeitet. Es verschmelzen die Klinik Mühldorf mit derzeit 267 Betten, die Klinik Haag mit 60, die Klinik Altötting mit 407 und die Klinik Burghausen mit 139 Betten.

Ziel der Fusion ist es trotz der Diskusisonen weiterhin, doppelt angebotene medizinische Leistungen so gut wie möglich zu verringern, um die Konkurrenzsituation im gleichen Patienten- und Mitarbeiterspektrum zu harmonisieren und um Fallzahlen und Ressourcen für eine größere Strahlkraft der Fachabteilungen und Schwerpunkte zu bündeln.

Wirtschaftliche und prozessuale Synergieeffekte sollen genutzt werden, während gleichzeitig die Versorgungsqualität der Bevölkerung der Landkreise Altötting und Mühldorf und im gesamten Einzugsgebiet verbessert wird. Gleichwohl werde es nicht sofort möglich sein, alle Doppelangebote zu beseitigen, hieß es immer wieder. Große Überschneidungen gibt es in mehreren Fachbereichen. Diese Überschneidungen sollen unter dem gemeinsamen Dach abgebaut werden.

Auch für die Mitarbeiter soll vorerst alles beim Alten bleiben, betonte Landrat Huber. Es müsse niemand mit einer Versetzung oder Entlassung rechnen. Alle, die derzeit in einer Servicegesellschaft ausgelagert seien, würden in das gemeinsame Klinik-Unternehmen aufgenommen und künftig nach Tarif bezahlt.

Das gemeinsame Innklinikum Altötting und Mühldorf mit mehreren Standorten soll auch neue medizinkonzeptionelle Ideen, wie Telemedizin und Digitalisierung, nicht außer Acht lassen. Um die erfolgreiche Ausarbeitung des standort- und landkreisübergreifenden medizinischen Konzepts und die Ausarbeitung und Konkretisierung folgende Umsetzung zu gewährleisten, sollen direkt im Versorgungsprozess involvierte wie niedergelassene Fachärzte, Rettungsdienst sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter adäquat mit eingebunden werden. Neben der Aufhebung des wechselseitigen Wettbewerbs und positiven synergetischen Effekten soll vor allem die optimale Versorgungsqualität für die Bevölkerung das Hauptziel in der medizinischen Konzeption sein.

Der Mühldorfer Kreistag stimmte mit 48:0 Stimmen und der Kreistag in Altötting mit 48:4 Stimmen für die Fusion. hon/sb

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