Die Klimaziele im Blick: Landkreis Mühldorf setzt erfolgreiche Projekte fort

Der Landkreis Mühldorf hat ein neues ÖPNV-Konzept beschlossen, das den CO2-Ausstoß deutlich reduzieren soll.
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Der Landkreis Mühldorf hat ein neues ÖPNV-Konzept beschlossen, das den CO2-Ausstoß deutlich reduzieren soll.

Im vergangenen Jahr beschloss der Mühldorfer Kreistag umfangreiche Maßnahmen, um die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen. Das Energiekonzept des Regionalen Planungsverbandes der Region 18 wurde im vergangenen Jahr abgeschlossen. Energieeinsparung und Effizienzsteigerung stehen dabei im Vordergrund.

von Josef Bauer

Mühldorf – Gemäß dem Szenario sollen elektrische und thermische Effizienzsteigerung und Energieeinsparung vorangetrieben werden. Zusätzlich setzt das Konzept auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Durch die Kombination beider Maßnahmen könne der CO2-Ausstoß im Regionalen Planungsverband von 8,9 Tonnen (2013) auf 3,6 Tonnen im Jahr 2030 gesenkt werden. Das entspricht den Vorgaben des Pariser Klimaabkommens.

Vergleichbarkeit der Bilanzen

Für die Vergleichbarkeit der CO2-Bilanzen über mehrere Jahre sei es laut Landratsamt wichtig, bei der Erstellung der Treibhausgasbilanzen im Rahmen des Monitorings möglichst einheitliche Quellen und eine jeweils vergleichbare Methodik zu benutzen. So könne die Entwicklung der in bestimmten Gebiet verursachten Treibhausgasemissionen über die Zeit verfolgt werden. Aufgrund eines Beschlusses des Bundestages wurden vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) im Jahr 2016 „Empfehlungen zur Methodik der kommunalen Treibhausgasbilanzierung für den Energie- und Verkehrssektor in Deutschland“ verfasst. Das einheitliche Vorgehen wird als Bisko-Methode (Bilanzierungs-Systematik Kommunal) bezeichnet. Um vergleichbare Daten zum Monitoring der Zielvorgabe 2030 zu erhalten, seien detaillierte Datenerfassungen und Berechnungen in einem größeren Umfang nötig.

Fortschreibung auf Landkreisebene kostet 30 000 Euro

Die Arbeiten müssten daher an ein Fachbüro vergeben werden. Nach Rücksprache mit dem ifeu-Institut werden die Kosten für eine Fortschreibung der CO2-Bilanz auf Landkreisebene auf rund 30 000 Euro geschätzt. Die Verwaltung wurde beauftragt, im Zuge des Beschlusses zur Zielerreichung 2030 eine CO2-Bilanz im Jahr 2021 und im Jahr 2026 erstellen zu lassen. Dadurch kann der Stand der Zielerreichung 2030 im Landkreis exakt überprüft werden – und falls erforderlich von der Politik Maßnahmen zur Nachjustierung eingeleitet werden. Die notwendigen Mittel sind im entsprechenden Haushaltsjahr einzuplanen.

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„Wenn wir die Klimaziele in Deutschland, Europa und weltweit erreichen wollen, dann müssen wir die Energiewende, aber auch nachhaltiges Wirtschaften, Produzieren und Leben, vor Ort vorantreiben“, sagt Landrat Max Heimerl. „Im Landkreis Mühldorf steht Energieeffizienz und Klimaschutz schon seit Jahren auf der Agenda. Beispiele sind seit 2005 die stark nachgefragten Energiesprechstunden, um die Bürger bei Maßnahmen für Energieeinsparungen zu unterstützen, gefolgt von Energieeffizienzprojekten für Unternehmen und altersgerechten Lernprojekten für Kindergärten und Schulen zum Thema Energieeffizienz und erneuerbare Energien“, ergänzt er.

Energiewende vorantreiben

Der Landkreis mache seine Hausaufgaben – zum Beispiel durch energieeffiziente Neubauten von Schulen und energetischen Maßnahmen bei den landkreiseigenen Gebäuden. Ein aktuelles Beispiel sei das Solar-Eisspeicher-System beim Beruflichen Schulzentrum. „Hier produzieren wir sogar mehr Energie, als wir verbrauchen“, sagt Heimerl.

Innovative Mobilitätskonzepte für die Zukunft

Das sei die Zukunft – genauso wie innovative Mobilitätskonzepte wie das dreistufige ÖPNV-Konzept und die Unterstützung des Förderprojektes „Landmobil“ in Zusammenarbeit mit den Projekt-Kommunen. Bei allen Projekten seien Netzwerke im Landkreis und überregional wichtig, um sich mit den beteiligten Akteuren auszutauschen. „Damit können wir das ökologische Bewusstsein schaffen und verankern, gegenseitig von Ideen profitieren und einen dynamischen Prozess in Wirtschaft und Gesellschaft in Gang bringen und vorantreiben“, sagt Heimerl.

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