BLUT SPENDEN, LEBEN RETTEN

Kleiner Pieks für einen großen Dienst

2000 Blutkonserven werden täglich benötigt. Dafür führt der Blutspendedienst des BRK jährlich 4500 Spendetermine durch. BSD
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2000 Blutkonserven werden täglich benötigt. Dafür führt der Blutspendedienst des BRK jährlich 4500 Spendetermine durch. BSD

250000 Menschen in Bayern spenden regelmäßig Blut. Einer von ihnen ist Josef Zauner aus Mößling. Er hat bereits über 150 Blutspendetermine besucht.

Mühldorf – „Für mich ist es die einfachste Sache der Welt. Ein Kinderspiel.“ Josef Zauner ist Blutspender aus Überzeugung. Und Gewohnheit. „Das gehört bei mir einfach dazu.“ Seit 1966, seit er damals in der Dachauer Straße in München zum ersten Mal einen Blutspendeshop des Roten Kreuzes betreten hat. „Arbeitskollegen von der Post hatten mich darauf aufmerksam gemacht, dass es für jede Blutspende 50 Mark Taschengeld gibt. Ich war ein junger Kerl und knapp bei Kasse.“ Später in Mühldorf spielte das Geld dann keine Rolle mehr. „Ich hab‘ die Tradition dann einfach fortgeführt. Für mich. Und um der guten Sache willen.“ 150 Termine hat Josef Zauner besucht, erst im BRK-Haus, dann in der Grundschule, aktuell im Pfarrheim von St. Nikolaus.

„Die einfachste Sache der Welt. Ein Kinderspiel.“ Josef Zauner

Knapp 4500 Spendetermine führte der Blutspendedienst (BSD) gemeinsam mit den Kollegen aus 74 BRK-Kreisverbänden und deren mehr als 16 000 ehrenamtlichen Helfern durch. Mehr als 470 000 Blutspenden kamen bayernweit zusammen. Auf einem Termin erschienen durchschnittlich 114 Blutspender. „Die Bereitschaft der bayerischen Bevölkerung, sich für das Leben anderer Menschen einzusetzen, war beeindruckend“, sagt Georg Götz, Kaufmännnischer BSD-Geschäftsführer. Entsprechend hoch sind die Erwartungen für das neue Blutspendejahr 2017: „Das hohe Spendeniveau wollen wir aufrecht erhalten. Dazu ist das gegenwärtige Tagesaufkommen von ungefähr 2000 Blutkonserven weiterhin gesetzt.“

Blutpräparate werden vielfältig verwendet – etwa im Rahmen von Krebstherapien, Herz-, Magen- und Darmerkrankungen, für Operationen nach Unfällen oder auch bei Leber- und Nierenerkrankungen sowie Anämien und originären Blutkrankheiten. Die akute Notlage im vergangenen Sommer hat gezeigt, dass vor allem auch Vorsorgen sehr wichtig ist.

„Der Konservenbestand unterliegt saisonalen Schwankungen, mit Engpässen im Spendenaufkommen ist stets zu rechnen und auch mit unvorhersehbaren Zwischenfällen wie zum Beispiel das Zugunglück von Bad Aibling im Februar, als es ad hoc einen erhöhten Blutkonservenbedarf gab“, blickt Georg Götz zurück. Für derartige Situationen arbeitet der BSD mit einem so genannten Konservenpuffer, einer Reserve an Blutkonserven, die normalerweise für vier bis fünf Tage ausreicht.

Einen derartigen Engpass hat Josef Zauner selbst schon einmal erlebt. „Da klingelte mitten in der Nacht das Telefon. Das Krankenhaus brauchte dringend Blut nach einem schweren Unfall.“ Regelmäßige Spenden sind schon deshalb unabdingbar, weil Blut nur begrenzt haltbar ist. 42 Tage lang, um genau zu sein.

Auch Josef Zauner will natürlich weiter Blut spenden. „Mit 68 Jahren habe ich zwar eine erste Altersgrenze erreicht, doch mit Erlaubnis meines Hausarztes kann ich weitermachen.“ Denn der Mößlinger sieht mit Sorge, dass es an Nachwuchs fehlt. „Man trifft leider nur wenig junge Menschen bei den Terminen.“ Dabei sollte in seinen Augen jeder, der gesund ist, von diesem Glück etwas abgeben: „Ein kleiner Pieks, mehr ist es ja nicht.“

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