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Kleine Wasserdrachen stehen auf der Roten Liste

Der Kammmolch braucht Wasser für den Laichplatz.
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Der Kammmolch braucht Wasser für den Laichplatz.

Mühldorf. – Der Kammmolch mit einer Länge von bis zu 18 Zentimetern die größte heimische Molchart.

Wenn im Frühjahr die Tiere zur Balz in ihren Laichgewässern eintreffen, entwickeln sich bei den Männchen die namensgebenden Rückenkämme.

In Bayern gehört der Kammmolch zu den seltenen Amphibienarten und gilt laut Roter Liste als stark gefährdet. Im Landkreis Mühldorf findet man die faszinierenden Lurche in Teichen und Tümpeln in Abbaugruben des Mühldorfer Schotterfeldes im Unteren Inntal sowie in den letzten Toteiskesseln der Eiszeitlandschaft um Haag und Maitenbeth. Der Landschaftspflegeverband Mühldorf (LPV) hat sich zum Ziel gesetzt, Laich- und Wohngewässer für den Kammmolch zu optimieren.

Wie nahezu alle Amphibien benötigen die Kammmolche für die Fortpflanzung ein Gewässer. Die Lurche bevorzugen dabei meist gut besonnte und vegetationsreiche mittelgroße bis größere Stillgewässer mit einer Mindesttiefe von einem halben Meter. Vor allem aber müssen sie fischfrei sein, denn Fische zählen zu den Hauptfressfeinden der Molchlarven und können ganze Bestände auslöschen.

Die Paarungszeit erstreckt sich von März bis Juni. Das Weibchen legt anschließend 200 bis 300 Eier ab, die es über mehrere Wochen hinweg einzeln in zusammengefaltete Blätter von Wasserpflanzen klebt. Nach etwa zwei bis drei Wochen schlüpfen daraus die Molchlarven. Sie tragen zunächst noch äußere Kiemenbüschel und wandeln sich im Zuge der Metamorphose zu jungen Molchen, die über Lungen atmen und dann das Wasser verlassen.

Auf dem Speiseplan stehen vor allem Kleinkrebse. Adulte Molche fressen Wasserschnecken, Insekten und deren Larven, Würmer und Kaulquappen. An Land schnappen sie sich so gut wie alles, was ins Maul passt und nicht zu hart ist, vorzugsweise Regenwürmer, Schnecken und Insekten. Ab Juli wandern die erwachsenen Tiere vom Gewässer ab. In ihrer Landtracht sind sie nun wesentlich unauffälliger; der Kamm hat sich zurückgebildet. So leben sie versteckt unter Steinhaufen, Holzstapel oder Wurzelstöcken in den meist unmittelbar umliegenden Landlebensräumen wie Feucht- und Nasswiesen oder lichten Wäldern. Manche Individuen wandern jedoch bis zu 1000 Meter weit. Viele verbringen dort auch den Winter. Andere wiederum kehren zum Überwintern in das Gewässer zurück.

Aufgrund seiner Lebensweise ist der Kammmolch auf geeignete Laich- und Wohngewässer angewiesen, die seinen Ansprüchen entsprechen. Für die Sicherung der Kammmolchbestände im Landkreis Mühldorf ist es daher wichtig, die bestehenden Lebensräume in ihrem für die Lurche optimalen Zustand zu erhalten. Der Landschaftspflegeverband Mühldorf kümmert sich deshalb darum, beispielsweise durch eine vorsichtige Entlandung, die Tümpel und Teiche zu optimieren und somit geeignete Laichgewässer wiederherzustellen. Damit trägt der LPV zur Sicherung der wertvollen Vorkommen der Kammmolche im Landkreis Mühldorf bei.

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