Großer Bedarf an Betreuungsplätzen

Kita-Neubau verzögert sich: Gemeinde Rattenkirchen braucht Übergangslösung

Vor dem bestehenden Kindergarten im ehemaligen Pfarrhaus werden die Container aufgestellt.
+
Vor dem bestehenden Kindergarten im ehemaligen Pfarrhaus werden die Container aufgestellt.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
    schließen

Weil sich der Kita-Neubau verzögert, braucht Rattenkirchen eine Übergangslösung für zwei Jahre. Der Gemeinderat hatte zwei Alternativen: Räume in Heldenstein oder Container?

Rattenkirchen – Bei einem Treffen von Bürgermeister Rainer Greilmeier mit Ulrich Wunder, dem Verwaltungsleiter der katholischen Kitas im Verbund Ampfing, Heldenstein, Rattenkirchen, wurden mögliche Übergangslösungen bis zur Eröffnung des Neubaus (Plus-Artikel OVB-Online) besprochen.

Pfarrheim ist keine Option

Es gibt mehrere Optionen. Das Pfarrheim ist allerdings keine, da es gleich zu Beginn der Bauphase abgerissen wird.

Umbauvarianten bergen große Risiken

Das Obergeschoss des jetzigen Kindergartens oder die alte Schule kommen als Option in Frage. Doch beide Standorte brächten einen erheblichen Umbauaufwand mit sich. Bei der alten Pfarrerwohnung über dem jetzigen Kindergarten ist von mindestens 30.000 Euro auszugehen, um den Sanitärbereich umzubauen, vorhandene Böden auszutauschen sowie eine Fluchttreppe zu errichten.

Lesen Sie auch: Am 17. Mai ziehen die „Isenstrolche“ im neuen Ampfinger Kindergarten ein (Plus-Artikel)

Solche Umbauten bergen zudem ein „Risikopotenzial“, da durch die Umbauarbeiten der Bestandsschutz des entsprechenden Gebäudeteils wegfällt. Daher könnten aufgrund aktueller Vorschriften weitere unvorhergesehene Arbeiten notwendig werden. Bürgermeister Greilmeier befürchtet „ein Fass ohne Boden“.

Räume in Heldenstein oder Container?

Damit blieben noch zwei Möglichkeiten. Die erste Option: Weil in Heldenstein noch ein Raum für eine Krippengruppe frei wäre, könnte Rattenkirchen dort eine eigene Gruppe eröffnen. Die Alternative: Die Gemeinde könnte Container anmieten und aufstellen. Nach Erfahrungen aus Heldenstein ist hier mit Kosten von etwa 2000 Euro pro Monat zu rechnen, für zwei Jahre wären das also 48.000 Euro.

Nach anfänglicher Skepsis konnten immer mehr Gemeinderäte dieser Option positive Seiten abgewinnen. Die Lösung ist zwar teurer, da die Container-Miete bezahlt werden muss, dafür könnten die Rattenkirchner Kinder in der eigenen Gemeinde untergebracht werden.

Eltern favorisieren wohl Lösung in der eigenen Gemeinde

Das Gremium war sich einig, dass es einige Eltern geben dürfte, die ihr Kind in Rattenkirchen anmelden, aber nicht in eine andere Gemeinde fahren würden. Außerdem würde die Kirche Trägerschaft nach mündlicher Zusage gleich ab September übernehmen. Es könnte also zum Beispiel auch Personal mit längerfristiger Perspektive für Rattenkirchen gewonnen werden.

Großer Entscheidungsdruck

Ebenso bieten die angemieteten Container die Möglichkeit, sich genau nach den Bedürfnissen in Rattenkirchen zu richten. So könne hier nicht nur der Bedarf an Krippenplätzen gedeckt werden, sondern auch an etwaigen zusätzlichen Plätzen für Kinder im Kindergartenalter.

Bürgermeister Greilmeier merkte an, dass der „Druck maximal“ sei. Zum einen wolle die Gemeinde Heldenstein verständlicherweise rasch Klarheit, ob eine weitere Krippengruppe eingerichtet werden soll, zum anderen ist das Anmeldeverfahren für die Krippen in der Region bereits angelaufen.

Einstimmiger Beschluss

Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, Container anzumieten, um den Bedarf an Betreuungsplätzen bis zur Fertigstellung des Neubaus zu decken.

Großer Bedarf an Kindergarten- und Krippenplätzen

Nach einer Elternbefragung und eingehender Analyse der Ergebnisse zeigt sich in der Gemeinde Rattenkirchen, dass es im Bereich Kinderkrippe und Kindergarten einen deutlich größeren Bedarf an Betreuungsplätzen (Plus-Artikel OVB-Online) gibt. Derzeit gibt es im bestehenden Kindergarten nur eine Gruppe.

Mit dem geplanten Neubau einer Kita mit zwei Kindergarten- und einer Krippengruppe trägt die Gemeinde dieser Entwicklung schon Rechnung. Obwohl im Bereich der Krippe eigentlich 17 Plätze benötigt werden, könnte hier die eine geplante Gruppe ausreichen, da eine zweite Kindergartengruppe eventuell altersübergreifend geführt werden könnte. Diese zweite Kindergartengruppe wird aber in jedem Fall benötigt, da hier ein Mehrbedarf von 15 Plätzen zusätzlich zu den vorhandenen 25 Plätzen gesehen wird.

Die Schulkinder in Rattenkirchen sind mit der verlängerten Nachmittagsbetreuung der Grundschule Heldenstein versorgt.

Sie haben eine Meinung zu diesem Thema? Klicken Sie hier und schreiben Sie uns einen Leserbrief.

Integrative Plätze mit höherem Betreuungsaufwand werden ebenfalls als notwendig erachtet und sollen in die Planung der neuen Kindergartengruppe aufgenommen werden.

Der Gemeinderat befürwortete die Ausführungen der Verwaltung zur Bedarfsplanung einstimmig.

hg

Mehr zum Thema

Kommentare