250 Kilometer mit dem Gleitschirm: Buchbacher Oliver Teubert ist jetzt Deutscher Meister

Der alte und neue deutsche Meister Oliver Teubert in Aktion. In luftiger Höhe hat er noch Zeit für ein Selfie.
  • vonFranz Rampl
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Der Deutsche Meister im Gleitschirm-Streckenfliegen in der Standardklasse heißt auch dieses Jahr wieder Oliver Teubert aus Buchbach. Mit drei Flügen über 250, 240 und 192 Kilometer konnte er sich knapp gegen Kilian Hallweger und Tobias Ehrmann durchsetzen.

Buchbach – „Das war nicht meine beste Saison“ sagt Oliver Teubert, „denn am besten Tag des Jahres auf der Alpensüdseite, am 2. Juni, habe ich mich für einen Start in den Nordalpen entschieden und die Thermik war dort nicht so gut, wie im Süden.“ Aber dann kam drei Tage später ein Hammertag auf der Nordseite. Einen Dreiecksflug über 241 Kilometer konnte Teubert vom Untersberg bei Ruhpolding aus fliegen. Die Wendepunkte lagen dabei im Zillertal, östlich von Bad Gastein und die Landung erfolgte nach 8,5 Flugstunden zwischen Saafelden und Lofer.

Mit 250-Kilometer-Flug zum Titel

Ende Juni hatte Teubert doch noch die Chance für einen großen Flug auf der Alpensüdseite, die um diese Jahreszeit das bessere Potenzial bietet. Mit einem Dreiecksflug über 250 Kilometer vom Antholzertal aus konnte Teubert die Meisterschaft schließlich doch noch für sich entscheiden.

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Mit den Gleitschirm in 400 Metern Höhe

In über 4000 Meter Höhe fliegt Teubert bei seinen Flügen. Die Luft ist in solchen Höhen unter null Grad kalt. Durch Thermik und Wind gibt es ordentliche Turbulenzen. Ständig muss der Pilot durch Steuern und durch Gewichtsverlagern den Gleitschirm auf Kurs halten, während sich die Kälte besonders an den Händen bemerkbar macht.

Körperlich und mental anstrengend

Streckenfliegen mit dem Gleitschirm ist nicht nur körperlich, sondern auch mental anstrengend. „Man muss stundenlang präsent sein und darf keine Fehler machen. Jeder Fehler kostet Zeit und damit Strecke,“ erklärt Teubert. Dabei ist Oliver Teubert in wunderschönen Gegenden mit dem Gleitschirm unterwegs. Manchmal allerdings auch nicht für eine Wertung oder zum Training, sondern zum Genießen. Rund um den Wendelstein etwa oder im Chiemgau.

Meisterschaft über ein Jahr hinweg

Die Deutsche Meisterschaft im Gleitschirmfliegen erstreckt sich über ein Jahr, wobei die drei besten Flüge eines jeden Teilnehmers gewertet werden.

Um in die vorderen Plätze zu fliegen, müssen die Piloten Strecken bis zu 250 Kilometer zurücklegen und diesen Flug anhand von GPS-Aufzeichnungen dokumentieren. Nur eine konstante Leistung unter ständig wechselnden Bedingungen über die ganze Saison führt hier zum Erfolg.

So kann man Gleitschirmfliegen lernen

Mehr als 30 000 Menschen in Deutschland sind begeisterte Gleitschirm- oder Drachenpiloten. Der beste Weg, sich den Traum vom Fliegen zu ermöglichen, ist ein Schnupperkurs bei einer Flugschule oder ein Tandemflug. Informationen gibt es beim Deutschen Hängegleiterverband.

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